Dresden, 18.Mai 2026 – Die Volleyball Bundesliga (VBL) setzt den nächsten Meilenstein in der Professionalisierung des deutschen Volleyballs. Liga und Clubs investieren in den kommenden fünf Jahren über 1,2 Millionen Euro für die flächendeckende Einführung eines professionellen Video-Challenge-Systems in der 1. Bundesliga Frauen und Männer. Damit etabliert die Liga die Technologie ab der Saison 2026/27 an allen Standorten als verbindlichen Standard.
In einer Sportart, in der Ballgeschwindigkeiten von über 100 km/h zum Alltag gehören, entscheiden häufig Zentimeter oder sogar Millimeter über den Ausgang eines Ballwechsels. Mit der professionellen Video-Challenge sollen strittige Spielsituationen künftig noch präziser, transparenter und schneller aufgelöst werden.
Bewährte Technologie sorgt für mehr Fairness und Entscheidungssicherheit
Die eingesetzte Lösung des Technologiepartners Super Volley Vision hat sich bereits bei TV-Spielen der Frauen-Bundesliga, in den Playoffs der 1. Bundesliga Frauen und Männer sowie dem Zoi DVV-Pokalfinale bewährt. Insbesondere bei komplexen Situationen wie Block-Touch-Entscheidungen überzeugt das System durch seine hohe Verlässlichkeit und ermöglicht eine vollständige Überprüfung aller relevanten Spielszenen.
„Die Einführung der Challenge ist ein entscheidender Schritt für die Qualitätssicherung und Medialisierung unseres Sports“, erklärt VBL-Geschäftsführer Daniel Sattler. „Wir minimieren Fehlentscheidungen und steigern gleichzeitig die Spannung für die Fans in den Arenen und vor den Bildschirmen. Das System schafft Vertrauen und unterstreicht unseren Anspruch als eine der führenden Volleyball-Ligen Europas.“
Einheitliche Standards an allen Bundesliga-Standorten
Alle Spielstätten der 1. Bundesliga Frauen und Männer werden mit einem zertifizierten System mit 14 hochauflösenden Kameras ausgestattet.
Die Vereine übernehmen künftig den Auf- und Abbau sowie den Betrieb der Systeme. Die Challenge-Szenen werden sowohl im Livestream als auch – sofern technisch möglich – auf Videowürfeln und Hallendisplays in den Arenen ausgespielt und sorgen damit für maximale Transparenz gegenüber Fans und Teams.
Das Challenge-System bleibt in seiner grundsätzlichen Funktionsweise unverändert. Jedes Team verfügt pro Satz über zwei Challenge-Möglichkeiten. Erfolgreiche Challenges bleiben erhalten. Nach zwei erfolglosen Anträgen kann erst im nächsten Satz erneut eine Überprüfung beantragt werden. Zusätzlich erhält auch das Schiedsgericht die Möglichkeit, Spielsituationen eigenständig zu kontrollieren, wenn Unsicherheiten vor zu treffenden Entscheidungen bestehen.
Überprüft werden können unter anderem „In/Out“-Entscheidungen, Netz- und Antennenkontakte, Blockberührungen, Übertritte über Grund-, Angriffs- und Mittellinie sowie Bodenberührungen innerhalb des Spielfeldes.
Weiterentwicklung bringt mehr Dynamik für Fans, Medienpartner und Livestreams
Neben dem sportlichen Mehrwert stärkt die professionelle Video-Challenge die mediale Inszenierung des Wettbewerbs. Die emotionalen Momente rund um knappe Entscheidungen werden zu einem festen Bestandteil des Spielerlebnisses und steigern Dynamik, Spannung und Dramaturgie der Begegnungen.
Das System von Super Volley Vision ersetzt in der 1. Bundesliga Männer die bislang mit Unterstützung des Produktionspartners SPONTENT genutzte Lösung, die auf der bestehenden Livestream-Produktionstechnik basierte. Sattler erklärt: „Die Volleyball Bundesliga bedankt sich ausdrücklich bei SPONTENT für die Zusammenarbeit und die Umsetzung der bisherigen Challenge Light in der 1. Bundesliga Männer. Mit Pioniergeist und großem Engagement hat SPONTENT einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Livestream- und Produktionsstandards in unserer Liga geleistet.“
Finanzierung
Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt über 1,2 Millionen Euro und ist auf fünf Jahre angelegt. Den größten Teil der Investitionen mit mehr als 800.000 Euro stemmen VBL und Clubs im ersten Jahr. Ermöglicht wird dies aus Erlösen der Zentralvermarktung und der Medienrechteverwertung. Die Finanzierung der laufenden Kosten in den kommenden Spielzeiten tragen die Clubs.
„Dass wir dieses Projekt gemeinsam mit unseren Clubs realisieren können, zeigt die gemeinsame Ambition, unsere Ligen nachhaltig weiterzuentwickeln“, so Sattler. „Ich danke Super Volley Vision für die professionelle Umsetzung des Projekts sowie die partnerschaftliche und verlässliche Zusammenarbeit bei der Implementierung des neuen Systems.“
Weiterentwicklung des Schiedsrichterwesens
Bundesschiedsrichterwart André Jungen sieht in der Einführung der professionellen Video-Challenge auch einen wichtigen Schritt, die Attraktivität und Professionalisierung des Schiedsrichterwesens im deutschen Volleyball zu steigern: „Die Anforderungen an Schiedsrichter:innen im modernen Spitzensport steigen kontinuierlich. Die professionelle Video-Challenge ersetzt nicht die Verantwortung und Erfahrung der Schiedsrichter:innen auf dem Feld, sondern ergänzt sie gezielt. Gleichzeitig eröffnet das System neue Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Video-Schiedsrichter:innen. Neben der klassischen Spielleitung auf dem Feld entstehen neue spezialisierte Aufgabenprofile.“
Dafür baut die VBL einen eigenen Pool von bis zu 50 speziell geschulten Video-Schiedsrichter:innen auf, die künftig zugleich als technische Operator:innen agieren. Mit der Einführung des neuen Systems entfallen die bisherigen Linienrichter:innen in der 1. Bundesliga vollständig. Die neuen Video-Schiedsrichter:innen werden bis zum Saisonstart sowohl regeltechnisch als auch im professionellen Umgang mit der eingesetzten Technologie umfassend ausgebildet.
Die Volleyball Bundesliga setzt mit der technologischen Weiterentwicklung ihren Modernisierungskurs konsequent fort und etabliert mit der flächendeckenden Einführung der professionellen Video-Challenge einen weiteren zentralen Baustein für mehr Fairness, Transparenz und Professionalität im deutschen Volleyball.