Wenn Lorena Lorber Fijok nach einem schwierigen Spiel im Bus sitzt, läuft in ihren Kopfhörern wahrscheinlich Yugo-Musik. Hip-Hop oder Pop kämen danach. Die 22-jährige Slowenin hat ihre eigene Art, mit den Höhen und Tiefen des Leistungssports umzugehen – und die wirkt.
Zur Saison 2024/25 wechselte Lorber Fijok aus der griechischen Liga nach Dresden – zuvor hatte sie ihre Ausbildung beim slowenischen Erstligisten Nova KBM Banik in Maribor genossen. In der Margon Arena hat sie sich schnell heimisch gefühlt. Der Start in die zweite Dresdner Saison verlief jedoch alles andere als erhofft. Cheftrainer Alexander Waibl bezeichnete den verletzungsbedingten Ausfall von Lorena zu Saisonbeginn als „Wermutstropfen“ – zumal das Programm in den folgenden Wochen besonders eng war.
Lorena selbst blieb dabei ganz die Kämpferin, die alle in Dresden kennen. Als sie nach der Pause in den Kader zurückkehrte, betonte sie: „Der Genesungsprozess verläuft gut, körperlich wird es noch eine Weile dauern, bis ich wieder zu 100 % fit bin, aber ich bin sehr dankbar für die Unterstützung und Geduld, die ich vom Verein bekomme.“ Morgen ist eben immer ein neuer Tag.
Niederlagen sind für sie keine Endpunkte, sondern Lernmomente. „Ich weiß, dass morgen ein neuer Tag kommt und wir eine weitere Chance bekommen, aus vergangenen Erfahrungen zu lernen. Der Gedanke, dass ich einfach weitermachen und hart arbeiten muss.“
Mit spektakulärer Sprungkraft, explosivem Angriffsspiel und beeindruckender Mentalität wurde sie schnell zu einer festen Größe im Kader – und avancierte auch bei den Fans zu einer der Lieblingsspielerinnen. Im Saisonverlauf holte sie sich mehrfach die Auszeichnung als Most Valuable Player. Was DSC-Cheftrainer Alexander Waibl von Anfang an betonte, hat sie auf dem Parkett bestätigt.
Was Lorena von ihren Mitspielerinnen erwartet? Genau das, was sie selbst mitbringt. „Ich liebe es, wenn die Leute um mich herum einfach immer kämpfen und positive Energie ins Team bringen. Das macht die Tage, an denen es nicht unbedingt so läuft, wie man es sich wünscht, viel leichter.“ Auch die mentale Nacharbeit gehört zu Lorenas Routine: Nach jedem Spiel geht sie die Aktionen noch einmal im Kopf durch und fragt sich, was sie hätte besser machen können.
Nach besonderen Spielen oder Ereignissen gönnt sie sich übrigens am liebsten eine Süßkartoffelschüssel mit Rinderhackfleisch, Avocado, griechischem Joghurt, eingelegten Zwiebeln und Kirschtomaten obendrauf. Und wer Lorena Lorber Fijok wirklich verstehen will, sollte noch eines wissen: Sie liebt es, zu tanzen.
Außenangreiferinnen sind oft die „Allrounder“ im Team. Wie findest du die Balance zwischen Angriff, Annahme und Verteidigung?
Ich versuche, mich jeweils auf eine Sache zu konzentrieren und im Moment zu bleiben. Wenn es Zeit für die Annahme ist, konzentriere ich mich nur darauf, den Ball dorthin zu bringen, wo er hin muss, und lenke meine Aufmerksamkeit dann zum Beispiel auf den Angriff.
Welche Strategie verfolgst du, wenn du gegen einen besonders starken Block spielst?
Versuche, den Block zu deinem Vorteil zu nutzen, und sei dir bewusst, dass jede Situation anders ist – sei also bereit, verschiedene Optionen zu nutzen, um zu punkten.
Wie arbeitest du mit deiner Zuspielerin zusammen, um im Angriff unberechenbar zu bleiben?
Ich vertraue meiner Zuspielerin sehr, und wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir es uns wünschen, besprechen wir das.





