Volleyball in Deutschland ist ohne den Standort Dresden kaum vorstellbar — und das hat seinen Grund. Der Dresdner SC gehört seit Jahren zu den Aushängeschildern im deutschen Damen-Volleyball. Seine Erfolge sind ohne die Ausbildung des Nachwuchses am Bundesstützpunkt beim Volleyball Club Olympia Dresden nicht denkbar. Lena Olliges ist ein lebendiger Beweis dafür, wie gut dieses System funktioniert. Die am 3. Oktober 2008 geborene Zuspielerin gehört zum Kader des VCO Dresden, der hauseigenen Talentschmiede des Dresdner SC und rückte in dieser Saison als erst 17-Jährige für die verletzte Larissa Winter ins Bundesligaaufgebot nach. Ein Moment, der zeigt: Die enge Verzahnung von DSC und VCO trägt Früchte. Lena Olliges ist „nur“ die Nächste in dieser langen Reihe und sie weiß genau, was es braucht, um diesen Weg zu gehen.
Lenas Geschichte steht exemplarisch für das, wofür der Dresdner SC nicht nur auf dem Feld kämpft: eine lebendige Verbindung zwischen Profisport und dem Nachwuchs der Region. Genau das ist auch der Kern der Initiative DSCVOLLEY Kids powered by Arvato Systems. Die Kampagne setzt sich dafür ein, Kindern und jungen Menschen sowie deren Familien besondere Erlebnisse rund um den Volleyball zu ermöglichen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Ob gemeinsam mit den Profis ins Spielfeld einlaufen, die Halle hautnah erleben oder nach dem Abpfiff persönliche Momente mit dem Team.
Die Nachwuchsoffensive ist dabei mehr als eine Marketingaktion: Sie ist die konsequente Verlängerung dessen, was Lena Olliges selbst verkörpert, dass Begeisterung für Volleyball früh geweckt werden muss, damit aus Kindern von heute die Bundesligaspielerinnen von morgen werden. Lena ist längst auf diesem Weg.
Das Leben einer jungen Leistungssportlerin verlangt Disziplin, nicht nur auf dem Feld. „Die Kombination aus Schule und Sport ist nicht immer einfach, da man seinen Alltag gut organisieren muss und oft auch auf Freizeit verzichtet“, erklärt Lena. „Man muss seine Zeit effektiv nutzen und vermeiden, dass sich alles aufstaut. Wichtig ist dabei auch die Unterstützung von Lehrern und Trainern. Meine Lehrer haben Verständnis, wenn ich wegen Trainings oder Wettkämpfen fehle und helfen mir, den Stoff nachzuholen. Und auch meine Trainer achten darauf, wie es in der Schule läuft und ob gerade viel Stress ist. Das macht es mir möglich, beides miteinander zu verbinden, ohne dass eine Sache komplett zu kurz kommt.“
Auf die Frage, welche Eigenschaften sie an ihren Mitspielerinnen am meisten schätzt, antwortet Lena klar und direkt: „Am meisten schätze ich Ehrlichkeit, Vertrauen und Teamgeist. Im Volleyball ist man extrem voneinander abhängig, weil jede Aktion sich auf die vorherige aufbaut. Deswegen ist es wichtig, sich aufeinander spielerisch und menschlich verlassen zu können. Außerdem finde ich offene Kommunikation sehr wichtig. Darunter zählt für mich, sich gegenseitig zu motivieren, aber auch ehrliches Feedback, wenn mal etwas nicht funktioniert. Ein gutes Team besteht daraus, füreinander zu kämpfen und sich gegenseitig zu pushen.“
Auch im Umgang mit Niederlagen zeigt Lena eine Reife, die weit über ihr Alter hinausgeht. „Niederlagen sind nie leicht, aber gehören zum Leistungssport dazu. Nach einer Niederlage ist man natürlich erstmal enttäuscht, aber ich versuche, die negativen Gefühle nicht zu lange mitzunehmen. Ich rede dann gerne mit meinen Mitspielerinnen oder Trainern darüber und versuche zu verstehen, was wir besser hätten machen können. Ich denke, Niederlagen sind ein wichtiger Teil meiner Entwicklung, weil man viel daraus lernen kann.“
Wenn Lena auf Reisen ist, fehlt ihr vor allem eines: „Am meisten vermisse ich meine Familie und mein Zuhause. Da ich nur selten zu Hause bin, fehlen mir Dinge wie gemeinsame Zeit, der persönliche Kontakt im Alltag oder vertraute Routinen. Aber meine Familie unterstützt mich sehr und kommt mich auch oft besuchen, was das Ganze einfacher macht. Außerdem freut und schätzt man die Zeit umso mehr, wenn man mal zu Hause ist oder sich sieht.“ Es sind Worte, die viele junge Athletinnen kennen — und die zeigen, was Leistungssport neben dem Feld wirklich bedeutet.
Wie triffst du in Sekundenbruchteilen die Entscheidung, wohin der Ball geht?
Ich versuche schon vor dem Spiel viel zu analysieren, zum Beispiel das Blockverhalten der gegnerischen Mannschaft, aber auch im Spiel bleibe ich aufmerksam und schaue, wie sich das Spiel entwickelt und wie sich der Gegner positioniert. Mit der Zeit entwickelt man ein besseres Spielverständnis und ein Gefühl dafür, welche Entscheidungen in welcher Situation am sinnvollsten sind. Viele Abläufe werden dadurch intuitiv, und man muss nicht mehr so lange überlegen, wenn man bestimmte Muster schneller erkennt.
Wie baust du Vertrauen zu deinen Angreiferinnen auf, besonders wenn eine neue Spielerin ins Team kommt?
Vertrauen zu meinen Angreiferinnen entsteht vor allem durch gemeinsames Training und eine offene Kommunikation. Im Training spreche ich viel mit ihnen darüber, wie sie ihren Pass bevorzugen, dadurch kann man sich besser aufeinander einstellen. Dabei ist auch eine offene und ehrliche Kommunikation wichtig, damit weder bei mir noch meiner Angreiferin Unsicherheiten entstehen.
Was ist die größte Herausforderung, wenn das Spiel nicht nach Plan läuft, und wie reagierst du darauf?
Die größte Herausforderung, wenn es nicht läuft, ist es für mich, ruhig zu bleiben und nicht in Selbstzweifel zu geraten. Ich versuche mich dann auf einfache und klare Lösungen zu konzentrieren, anstatt zu kompliziert zu denken. Zum Beispiel sichere Entscheidungen zu treffen, um das Spiel wieder zu stabilisieren. Ich versuche positiv zu bleiben und Fehler schnell abzuhaken und nicht zu lange mit mir herumzutragen. Ich finde es auch wichtig, vor allem in solchen Phasen sich als Team zu unterstützen und zusammen wieder ins Spiel zu finden.







