Davon hätten sie in Potsdam vor gut fünf Tagen sicher nicht zu träumen gewagt. Der SC Potsdam ist Spitzenreiter der Frauen-Bundesliga. Ungeschlagen nach zwei Siegen, den ersten feierten sie am Wochenende daheim gegen Sinsheim, den zweiten am Mittwoch mit einem 3:0 (25:19, 25:23, 25:18) beim Zurich Team VCO Berlin. Und dann führt noch eine Potsdamerin das MVP-Ranking der Deutschen Volleyball-Liga an. Nach jedem Spiel werden in den 1.
Bundesligen die Most Valuable Player beider Mannschaften mit einer DVL-Medaille ausgezeichnet. Der MVP der Gewinnermannschaft erhält eine goldene Medaille, der MVP des Verliererteams erhält eine silberne Medaille.
Entscheidend ist das Votum der Trainer, die unmittelbar nach Spielende den MVP des gegnerischen Teams wählen. Nach zwei Spieltagen liegt Patricia Grohmann, Spielführerin in Potsdam, im Ranking mit zwei Goldstücken auf Platz eins. Grohmann sagte nach dem Sieg in Berlin: „Es war der erwartet krampfhafte Einstieg unsererseits. Aber was am Ende zählt, sind die zwei Punkte.”

Potsdams neuer Coach Alberto Salomoni „will jetzt aber nicht übertreiben”:
„Bei allem Respekt gegenüber dem VCO, bei einer Niederlage meines Teams wäre ich sehr überrascht gewesen.” Der gebürtige Italiener, der vor vier Jahren noch Coach in Köpenick war, sagt: „Wir sind nach dem VCO das zweitjüngste Team der Liga und sind jung, frisch und wild. Unser erstes Ziel ist es, so früh wie möglich aus der Abstiegszone heraus zu kommen.” Salomoni weiß, dass die dicken Brocken erst noch warten auf den letztjährigen Tabellen-Zehnten.
Zum Beispiel der erste Verfolger, der Schweriner SC.

Der Deutsche Meister löste seine Aufgabe am Mittwoch beim Köpenicker SC Berlin in vier Sätzen (25:21, 25:15, 18:25, 25:19) und kann seinen Fans am kommenden Wochenende ein echtes Spitzenspiel präsentieren. Schwerin empfängt am Samstagabend um 19 Uhr als Tabellen-Zweiter den Tabellenführer. Für SCP-Coach Salomoni eine leichte Aufgabe: „Wir haben vier Punkte in der Kasse und fahren als Außenseiter ohne Druck nach Schwerin.”

Am Samstagabend wird sich auf jeden Fall ein Team aus dem Kreis der fünf, die noch ohne Niederlage sind, verabschieden müssen. Zu dem Quintett gehören auch die Roten Raben Vilsbiburg und der VfB Suhl. Die Niederbayern hatten bereits am Dienstag beim Aufsteiger TSV Bayer 04 Leverkusen mit 3:0 (25:14, 25:22, 25:14) gewonnen. Leverkusen ziert nun wie das VCO-Team aus Berlin das Tabellenende, ohne Pluspunkte, ohne Satzgewinn.

Suhl sorgte in einem „Klassiker des Ostens”, so war die Partie im Vorfeld tituliert worden, für eine Überraschung. Das Team von Trainer Felix Koslowski siegte beim Dresdner SC in vier Sätzen mit 25:20, 17:25, 25:21 und 25:19. Für die Thüringerinnen ist es eine kleine Revanche für das Aus im letztjährigen Play-off-Halbfinale gegen die Sachsen. Dresden sieht sich dagegen in einer ungewohnten Situation: 0:4 Punkte, erst ein Satzgewinn. Am kommenden Wochenende muss die Mannschaft von Trainer Alexander Waibl nun zum Köpenicker SC (Spielbeginn am Samstag ist um 19 Uhr).

Einen Dämpfer mussten die ambitionierten Teams aus Stuttgart und Wiesbaden am zweiten Spieltag einstecken. Nach Auftaktsiegen am Wochenende in eigener Halle kehrten sie von den Auswärtsspielen am Mittwoch sieglos zurück. Der VC Wiesbaden verlor bei VT Aurubis Hamburg alle drei Sätze mit 21:25. Smart Allianz Stuttgart schnupperte beim 1:3 (25:22, 21:25, 27:29, 19:25) bei Alemannia Aachen im dritten Durchgang bei 26:25 Führung schon am Gewinn des Satzes. Doch bei der Heimspielpremiere von Nationalspielerin Angelina Grün, Neuzugang in Aachen, blieben die Gastgeberinnen nervenstark und machten bei
29:27 den Sack zu und flugs machte ein neuer Beiname die Runde: „Aachen ist Pokalsiegerbesieger.”

Am dritten Spieltag sind Aachen (beim VfB Suhl, Samstag, 19.30 Uhr) und Hamburg (Samstag ab 20 Uhr in Vilsbiburg) wieder auswärts gefordert.
Stuttgart wartet auf Leverkusen (Samstag, 19.30 Uhr) und Wiesbaden auf die envacom volleys aus Sinsheim (Samstag, 19 Uhr). Im einzigen Sonntagsspiel genießt der USC Münster (spielfrei am Mittwoch) Heimrecht gegen den VCO Berlin. Spielbeginn in der Halle Berg Fidel ist um 14.30 Uhr.

Ergebnisse vom 18./19. Oktober:
TSV Bayer 04 Leverkusen – Rote Raben Vilsbiburg 0:3 (14:25, 22:25, 15:25) Köpenicker SC Berlin – Schweriner SC 1:3 (21:25, 15:25, 25:18, 19:25) Zurich Team VCO Berlin – SC Potsdam 0:3 (19:25, 23:25, 18:25) Dresdner SC – VfB Suhl 1:3 (20:25, 25:17, 21:25, 19:25) VT Aurubis Hamburg – VC Wiesbaden 3:0 (25:21, 25:21, 25:21) Alemannia Aachen – Smart Allianz Stuttgart 3:1 (22:25, 25:21, 29:27, 25:19)

Die nächsten Termine:
22.10.2011 19:00 Köpenicker SC Berlin – Dresdner SC (Sporthalle
Hämmerlingstraße)
22.10.2011 19:00 Schweriner SC – SC Potsdam (ARENA Schwerin)
22.10.2011 19:00 VC Wiesbaden – envacom volleys Sinsheim (Sporthalle Am 2.
Ring)
22.10.2011 19:30 VfB Suhl – Alemannia Aachen (Sporthalle Wolfsgrube)
22.10.2011 19:30 Smart Allianz Stuttgart – TSV Bayer 04 Leverkusen (SCHARRena Stuttgart)
22.10.2011 20:00 Rote Raben Vilsbiburg – VT Aurubis Hamburg (Ballsporthalle
Vilsbiburg)
23.10.2011 14:30 USC Münster – Zurich Team VCO Berlin (Sporthalle Berg
Fidel)