Eine zweimalige Olympia-Silbermedaillengewinnerin in der Bundesliga: Kurz vor dem Jahreswechsel zauberte der Dresdner SC überraschend US-Nationallibera Nicole Davis aus dem Ärmel – ein echter Transfercoup für die Dresdner und die gesamte Bundesliga. Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Vizemeister Dresdner SC und Meister Schweriner SC an diesem Mittwoch (19.30 Uhr/live auf DVL-live.tv) spricht die 30-jährige Starspielerin aus Kalifornien mit dem DVL-Presseservice über ihre erste Woche beim DSC, neue Wege nach dem verlorenen Olympiafinale und die Toppartie gegen Schwerin.

Nicole Davis, willkommen in der Bundesliga. Die gesamte Volleyball-Szene ist stolz und gespannt darauf, eine solch erfolgreiche Spielerin in Deutschland zu sehen. Wie haben Sie die erste Woche in Dresden verlebt?

Nicole Davis: Ich fühle mich gut. Ich mag die Stadt, ich mag die Mädels in meinem Team. Das ist eine gute Gemeinschaft und wir arbeiten bestens zusammen, es sind alles sehr talentierte Spielerinnen in meiner neuen Mannschaft. Was soll ich sagen: Ich bin einfach zufrieden.

Sie haben am Samstagabend gegen Suhl ihr Debüt in der Bundesliga gegeben.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Leistung und der Leistung der gesamten Mannschaft?

Davis: Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Ich war etwas nervös vor dem Spiel, weil ich einige Monate kein Punktspiel bestritten hatte – es fühlte sich an wie Jahre (lacht). Aber ich habe meine Nerven gut im Griff gehabt und dazu beigetragen, dass die Bindung und die Kommunikation zwischen mir und den anderen gut geklappt hat. Was die Leistung des Teams angeht, finde ich, dass wir starke Momente hatten, dann jedoch zwischendurch ein wenig den Fokus verloren haben. Doch wir haben das Spiel sehr gut zu Ende gebracht.

Was sagen Sie zum Leistungsniveau Ihrer Mitspielerinnen?

Davis: Wir haben wirklich fantastische, junge und athletische Mittelblocker.
Ich genieße jeden Trainingstag mit ihnen. Sie sind großartige Blockspielerinnen, springen gut, schlagen sehr hart und servieren gut. Dazu haben wir zwei großartige Zuspielerinnen, Mareen Apitz trifft tolle Entscheidungen auf dem Spielfeld und sie hat ein sehr gutes Händchen am Ball. Ich mag es, mit ihr zu spielen. Auch die Außenangreiferinnen sind junge, athletische Spielerinnen, die großen Wert für das Team haben. Ich glaube, dass das Leistungslevel insgesamt sehr hoch ist – und dabei sind Spielerinnen wie Anne Matthes noch gar nicht wieder voll einsatzfähig.

Sie haben in türkischen und italienischen Topklubs gespielt, sind Stammlibera im US-Nationalteam und hatten sicher auch andere Angebote.
Weshalb haben Sie sich für den Dresdner SC entschieden?

Davis: Ich hatte zu Beginn des Sommers einige Optionen, zu anderen Klubs zu gehen, die ich nicht wahrgenommen habe. So war ich nach den Olympischen Spielen noch ohne Vertrag und habe mich im Heimtraining mit Karch Kiraly, Cheftrainer unserer Nationalmannschaft, fit gehalten. Ich habe eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet, in dieser Saison noch einen Vertrag zu unterschreiben. Dann fragte ein Spielerberater wegen Dresden an und ich
sagte: Ja, klar! Das ist eine gute Möglichkeit für mich, auf einem richtig guten Level zu spielen, bevor es im Sommer wieder mit dem Nationalteam losgeht. Ich hatte zwar keine Erfahrung mit der Bundesliga, aber ich habe sehr oft gegen die deutsche Nationalmannschaft gespielt, das ist ein sehr hochklassiges Team.

Brauchten Sie nach der Niederlage im Olympischen Finale eine Pause?

Davis: Sie müssen wissen, dass ich nach dem Olympischen Finale 14 Tage frei hatte und dann sofort wieder mit dem Training begonnen habe. Aber es war tatsächlich so, dass ich in den vergangenen Monaten einige Dinge getan habe, die ich sonst nicht hätte tun können, wenn ich bereits in Übersee gespielt hätte. Es war gut für mich, mal andere Wege zu beschreiten, und verschiedene Perspektiven kennenzulernen.

Am Mittwoch bestreiten Sie mit dem DSC Ihr erstes Spitzenspiel gegen den Schweriner SC. Was wissen Sie über den Deutschen Meister und was erwarten Sie von der Begegnung?

Davis: Noch haben wir kein Video gesehen, also weiß ich noch nicht allzu viel. Ich erinnere mich an Zuspielerin Denise Hanke, wir haben im Sommer mit der Nationalmannschaft gegen sie gespielt. Sie ist sehr aktiv am Netz …

… und hat einen überragenden Aufschlag!

Davis: Richtig! Und ich weiß auch, dass Schwerin diagonal stark besetzt ist.
Für uns heißt das, dass wir vor allem gut blocken müssen. Aber wir haben auch ein starkes Team. Mittwochabend ist ein wichtiges Match, aber wichtiger ist die Perspektive am Ende der Saison, wie wir dann spielen wird entscheidend sein, nicht die Begegnung am Mittwoch.

* 40 Spiele live und on demand auf DVL-live.tv *

Die kommenden Termine
1. Liga Frauen
09.01.2013 | 19:00 | Köpenicker SC Berlin – Allianz MTV Stuttgart | Sporthalle Hämmerlingstraße
09.01.2013 | 19:00 | VCO Berlin – VfB Suhl | Sporthalle Anton-Saefkow-Platz
09.01.2013 | 19:00 | Alemannia Aachen – Rote Raben Vilsbiburg | Neuköllner Straße
09.01.2013 | 19:30 | Dresdner SC – Schweriner SC | Margon Arena
(DVL-live.tv)
09.01.2013 | 20:00 | VT Aurubis Hamburg – USC Münster | CU Arena
09.01.2013 | 20:00 | VC Wiesbaden – SC Potsdam | Sporthalle Am 2. Ring