In der Ballsporthalle Vilsbiburg steigt am Samstagabend eines der spannendsten Duelle des deutschen Volleyballs. Zum Bundesliga-Topspiel (ab 18.50 Uhr auf DVL-live.tv) empfangen die Roten Raben Vilsbiburg Vizemeister Dresdner SC. Der DVL-Presseservice hat vor der Partie mit Dresdens Abwehrspezialistin Myrthe Schoot gesprochen, die in der vergangenen Saison noch für Vilsbiburg auflief.

Myrthe, Sie kommen gerade vom Training. Die Stimmung war nach dem Tiebreak-Sieg in der Champions League gegen Dabrowa Gornicza sicher bestens, oder?

Myrthe Schoot: Ja, die Stimmung ist super, aber wir sind bereits wieder fokussiert auf unsere Reise und das Spiel in Vilsbiburg. Der Erfolg in der Champions League war toll, aber das war vorgestern, jetzt müssen wir weiterarbeiten.

Ihr erster Sieg in der Champions League?

Schoot: Nein, der zweite. Ich habe in Holland in Amstelveen auch Champions League gespielt und da haben wir auch einen Sieg gefeiert, gegen Perugia.

Sie spielen eigentlich auf der Außen-Annahme-Position, vertreten aber aktuell Kerstin Tzscherlich als Libero. Können Sie sich das perspektivisch dauerhaft vorstellen?

Schoot: Im niederländischen Nationalteam spiele ich auch Libero, also freut es mich natürlich, dass ich das zurzeit auch in Dresden spielen kann. Natürlich hoffe ich für „Tzscherli”, dass sie schnell wieder fit wird und zurückkommt.

Am Samstagabend steigt das Topspiel gegen Vilsbiburg. Mit welchen Gefühlen fahren Sie zu Ihrem Ex-Klub?

Schoot: Ich freue mich darauf, alle wiederzusehen. Vilsbiburg ist ein toller Klub, die Leute sind nett und ich habe hervorragende Erinnerungen an die Stimmung in der Halle. Ich bin schon neugierig, wie die Rückkehr sein wird, es sind ja viele neue Mädels im Team.

Was haben Sie sich vorgenommen?

Schoot: Natürlich gewinnen! Und wir wollen uns in der Annahme steigern, da hatten wir am Mittwoch gegen die starken Aufschläge der Polinnen ein paar Probleme.

Wenn Sie Dresden und Vilsbiburg vergleichen, was unterscheidet die beiden Klubs.

Schoot: Vilsbiburg ist ein beschaulicher Ort, alle Menschen dort kennen einander. Wenn ich dort unterwegs war, wurde ich ständig auf der Straße angesprochen. Die Leute wissen alles über uns. Hier in Dresden kann ich spazieren gehen, ohne erkannt zu werden, das ist ein wenig anonymer. Und die Mentalität der Trainer und Spielerinnen unterscheiden sich. Bei den Roten Raben hatten wir viele Südamerikanerinnen und mit Guillermo Gallardo einen südamerikanischen Trainer – sehr emotional. Hier in Dresden ist es auch emotional, aber anders. Ich fühle mich sehr wohl mit den Mädels.

Ihre neue Mannschaft spielt trotz vieler junger Spielerinnen konstant auf hohem Niveau und tritt trotz der frühen Saisonphase bereits als Einheit auf.

Schoot: Stimmt, wir haben in der Vorbereitung viel gespielt, viel ausprobiert und haben stetig an uns gearbeitet. Wir brauchen einander, und das wissen wir.

Weshalb haben Sie sich nach nur einem Jahr in Vilsbiburg für Dresden entschieden?

Schoot: Vilsbiburg und Dresden sind beides Topklubs. Ich habe lange mit der Entscheidung gewartet, weil ich gern auch Libero spielen wollte. Die Wahl fiel auch auf Dresden, weil ich hier Champions League spielen kann.

Welche Rolle hat dabei die Tatsache gespielt, dass Sie beim DSC mit zwei Teamkolleginnen aus der niederländischen Nationalmannschaft zusammenspielen können.

Schoot: Es ist toll, dass wir hier beisammen sind, ab und an niederländisch sprechen können und ich mit Robin de Kruijf und Judith Pietersen auf dem Feld stehen kann. Sie haben mich überzeugt von der Qualität der Mannschaft und auch von der tollen Stadt Dresden.

Wird mehr sächsisch oder niederländisch in der Kabine gesprochen?

Schoot: (lacht) Ich denke, dass die Deutschen inzwischen unsere Sprache schon ganz gut verstehen, weil wir doch viel holländisch sprechen.

Das halbe holländische Nationalteam spielt inzwischen in Deutschland – Zufall?

Schoot: Die deutsche Liga ist einfach viel stärker als die niederländische. So liegt es nahe, dass die Holländerinnen nach Deutschland wechseln. Hier hat man die Möglichkeit professionell zu trainieren, die Sprache ist ähnlich und auch die Mentalität. Es ist schön und wichtig für uns, hier in Deutschland zu spielen und uns weiterzuentwickeln.

Noch vor dem Topspiel muss sich Champions-League-Teilnehmer Schweriner SC am Samstagnachmittag beim SC Potsdam bewähren, der unter der Woche in Suhl mit einem 3:0-Sieg überraschte. Die bislang noch punktlosen Thüringerinnen müssen zum schweren Auswärtsspiel bei Allianz MTV Stuttgart antreten, das auf den ersten Heimerfolg brennt.

VT Aurubis Hamburg, bislang ebenfalls noch ohne Punkterfolg, hat den stark gestarteten VC Wiesbaden zu Gast. Auch der Köpenicker SC Berlin ist bis auf das Auftaktspiel gegen Münster toll aus den Startlöchern gekommen – zuletzt gelang ein 3:0 in Vilsbiburg und ein 3:1-Sieg gegen Hamburg. Das Team von Trainer Gil Ferrer Cutino ist zu Gast bei Alemannia Aachen, das sich in dieser Saison ebenfalls toll verstärkt hat. Am Sonntagnachmittag kann sich der USC Münster gegen den VC-Olympia-Nachwuchs aus Berlin für die 0:3-Schlappe in Wiesbaden rehabilitieren.

Deutsche Volleyball-Liga
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Myrthe Schoot # 9 im Gespräch mit Alexander Waibl (Cheftrainer)