Sie stammt aus dem Erzgebirge bei Altenberg, spielte seit 2017 beim VC Olympia Dresden und durchlief dort sämtliche Nachwuchsstufen – und seit der Saison 2025/26 steht Mette Pfeffer fest im Profikader des Dresdner SC. Die am 12. Juli 2005 geborene Mittelblockerin erhielt beim sechsfachen deutschen Meister einen Drei-Jahres-Vertrag. Mit 1,93 Metern Körpergröße und einer Karriere, die sie von der Jugend des Vereins bis in die Champions League geführt hat, ist Pfeffer eine der spannendsten Nachwuchsspielerinnen Deutschlands. Wir haben sie im Gespräch für euch – über Rückschläge, Regelwünsche und das Leben neben dem Netz.
„Dresden ist meine Heimat, deshalb habe ich mich sehr darüber gefreut, als Alex mir einen Vertrag beim DSC angeboten hat. Für mich war es eine sehr leichte Entscheidung, den Vertrag zu unterschreiben“, sagt Mette Pfeffer, und man merkt: Das ist keine Floskel. Wer wie sie seit Kindheitstagen in der DSC-Familie aufgewachsen ist, für den fühlt sich der Schritt in die Bundesliga nicht wie ein Sprung ins Unbekannte an – eher wie eine logische Fortsetzung einer Geschichte, die längst begonnen hatte.
Und diese Geschichte wird gerade richtig spannend. Bei den FISU-Games 2025 in Berlin sammelte Pfeffer im Trikot der deutschen U23-Nationalmannschaft internationale Erfahrung. Auch wenn es am Ende nur Rang vier gab. Enttäuschungen kennt sie also – und sie hat eine klare Strategie dafür: „Ich versuche, Niederlagen so schnell wie möglich abzuhaken, um mich auf das nächste Spiel zu fokussieren. Es gibt in der Liga immer ein Rückspiel, in welchem man wieder die Chance hat, Punkte zu holen.“ Kein langes Grübeln, kein Hadern – einfach nach vorn schauen. Eine Mentalität, die in einer langen Saison mit Champions-League, Bundesliga und Pokalspielen schlicht überlebenswichtig ist.
Wenn man Pfeffer fragt, was sie am Regelwerk des Volleyballs ändern würde, hat sie eine Antwort parat, die zeigt, dass sie das Spiel genau beobachtet: „Das Trikot darf das Netz berühren, weil es gehört ja nicht zum Körper – und die Haare zählen ja auch nicht als Netzberührung.“ Eine pragmatische Regelidee, die durchaus Charme hat. Wer schon mal einen Punkt verloren hat, weil der Stoff des Trikots das Netz streifte, wird sofort nicken.
Nach eigener Aussage ist sie allerdings nicht makellos durch ihre Anfänge gekommen: „Ich denke, ganz früher habe ich mal einen Aufschlag unters Netz gemacht.“ Zum Glück sorgte diese Aktion eher für Amüsement und für eine Erinnerung, die heute zum Schmunzeln einlädt.
Abseits der Halle ist Pfeffer erfrischend bodenständig. „Ich lese sehr gerne sehr viel, wenn das Buch spannend ist. Außerdem liebe ich es zu häkeln und mich mit Freunden in Cafés zu treffen. An freien Wochenenden gehe ich auch zu einem Fußballspiel.“ Eine Mittelblockerin mit Häkelnadel – das bricht doch das ein oder andere Klischee. Und dass sie in ihrer Freizeit auch mal als Fußballfan auf der Tribüne sitzt, passt zu jemandem, der Sport einfach lebt, egal in welcher Form.
Auf Reisen und vor Spielen gibt es auch mal was auf die Ohren und hier setzt Pfeffer auf klare Favoriten: „Ich höre hauptsächlich meine Lieblingsbands Kraftklub und K.I.Z und die Podcasts ‚Gemischtes Hack‘, ‚Mord auf Ex‘ und ‚Kaulitz Hills‘.“ Vom Chemnitzer Rap-Rock-Indie über Berliner Rap bis hin zu True-Crime und den »Tokio-Hotel«-Zwillingen – eine Playlist, die so vielseitig ist wie die Spielerin selbst.

Als Mittelblockerin bist du oft die „Mauer“ im Team. Wie bereitest du dich mental darauf vor, im entscheidenden Moment den Block zu setzen?
Ich denke noch einmal genau an die Taktik, die wir besprochen haben. Zum Beispiel, wer die Go-to-Playerin ist. Und danach fokussiere ich mich noch einmal auf die technischen Dinge, die mir im Block wichtig sind.
Auf welche Fähigkeit einer Außenangreiferin (vom gegnerischen Team) achtest du am meisten – und wie versuchst du, dich im Training darauf einzustellen?
Vor allem ist die Schlagrichtung wichtig. Man muss wissen, ob die Spielerin eher diagonal oder Linie angreift oder ob sie gerne den Block anschlägt.
Wie wichtig ist Timing für deine Position? Hast du eine spezielle Übung, um dein Timing zu perfektionieren?
Beim Angriff ist das Timing sehr wichtig. Man muss früh genug da sein, damit man den Ball auch rechtzeitig schlagen kann, bevor die gegnerische Blockerin da ist. Das Timing im Block ist auch in manchen Situationen sehr wichtig, vor allem in Highballs. Sollte man zu früh springen, kann es passieren, dass der Angreifer später schlägt, und dann gibt es keinen Block mehr, da man zu früh landet. Springt man zu spät, ergibt sich dieselbe Situation, dass kein Block da ist und der Angreifer eine gute Möglichkeit hat, den Block anzuschlagen.





