Dresden, 5. Oktober 2026 – Die Volleyball Bundesliga (VBL) übernimmt weitere Regeltests des Europäischen Volleyballverbands (CEV), die im Sommer bereits auf internationaler Ebene erprobt wurden. Die offiziellen Volleyballregeln bleiben grundsätzlich unverändert, für alle Wettbewerbe der VBL sowie den Zoi DVV-Pokal gelten ab dem 9. Oktober 2026 angepasste Vorgaben.

Die Bundesliga-Schiedsrichter:innen wurden im Rahmen ihrer Fortbildungsseminare geschult und besprechen die neuen Regelungen vor den Spielen noch einmal detailliert mit den Trainer:innen und Kapitäninnen.

„Mit der Entscheidung der CEV gibt es nun eine Grundlage für die weitere Umsetzung der internationalen Regeltests. Wir haben uns mit den Clubs ausgetauscht, ob und inwieweit kurz vor Saisonstart der 1. Bundesligen und im bereits laufenden Spielbetrieb der 2. Bundesligen solche Änderungen vertretbar sind. Unter der Maßgabe der Wettbewerbsneutralität haben wir entschieden, die Anpassungen zeitnah, einheitlich und in allen Wettbewerben der VBL umzusetzen“, erklärt VBL-Geschäftsführer Daniel Sattler.

Alle Regeltests im Überblick

1. Regeltests für den gesamten VBL-Spielbetrieb

  • Deckenberührung erlaubt („Let the ball fly“): Berührt der Ball nach der ersten oder zweiten Ballberührung die Decke oder einen festen Gegenstand oberhalb der Spielfläche und bleibt auf der eigenen Seite spielbar, läuft der Spielzug weiter. Prallt er auf die gegnerische Spielfläche ab, ist er „aus“. Ziel ist es, spektakuläre Rettungsaktionen zu ermöglichen. Die VBL beobachtet die Auswirkungen in den Hallen intensiv, da die Deckenhöhen stark variieren (mind. 7 Meter in der 2. Bundesliga gegenüber mind. 12,5 Meter bei FIVB-Events).

  • Mehr Spielerinnenwechsel: Pro Satz sind nun bis zu acht Wechsel möglich (bisher sechs).

  • Flexible Libero-Nominierung: Innerhalb der 14er-Mannschaftsliste können am Spieltag frei zwei, ein oder gar kein Libero benannt werden.

  • Frühere Positionsfreigabe in der Annahme: Das annehmende Team darf seine Position bereits mit Beginn der Auftaktbewegung des Aufschlagspielers bzw. der Aufschlagspielerin verlassen.

  • Konsequentere Ahndung technischer Fehler: Geschobene, gehobene oder zu lange geführte Bälle („pushing“, „lifting“, „carrying“) werden strenger gepfiffen.

  • Weniger Unterbrechungspfiff bei eindeutigen Bällen: Schiedsrichter:innen beenden unmissverständliche Situationsabläufe (z. B. Ball klar im/aus dem Feld oder im Netzaufschlag) künftig ohne Pfiff und zeigen nur noch das Handzeichen.

  • Separate Aufschlagzeiten beim Einspielen: Zur Verletzungsprophylaxe stehen jedem Team in den letzten sechs Minuten des Netzeinspielens jeweils 90 Sekunden lang das gesamte Spielfeld exklusiv für Aufschläge zur Verfügung.

2. Spezifische Regelungen für die 1. Bundesliga

  • Challenge erst nach dem Spielzug: Challenges für laufende Spielzüge können erst nach dem Ende des Ballwechsels beantragt werden.

  • Erweiterte Challenge-Überprüfung: Auch Ballberührungen außerhalb einer Blockaktion (z. B. in Annahme oder Feldabwehr) sind nun überprüfbar.

  • Keine Auszeit nach verlorener Challenge: Liegt ein Team mit einer Challenge falsch, verfällt das Recht auf eine direkte anschließende reguläre Auszeit.

  • Kommunikation zum Antrag: Trainer:innen dürfen zur Erläuterung von Challenge-Anträgen direkt mit dem Schiedsgericht sprechen.

3. Mehr Fokus auf Respekt und Sportlichkeit

Das Verhalten gegenüber dem Schiedsgericht wird strenger geahndet. Trainer:innen, die das Spielfeld oder die Wechselzone betreten, um sich offenkundig zu beschweren, werden direkt sanktioniert. Dies gilt ebenso für Spielerinnen, die unter dem Netz hindurch die gegnerische Seite betreten und sich dort unsportlich verhalten.

Geltungsbereich

Die zusätzlichen Regeltests gelten ab dem 9. Oktober 2026 im gesamten Spielbetrieb der Volleyball Bundesliga sowie im Zoi DVV-Pokal (ab der Qualifikationsrunde). Mit Ausnahme der Deckenberührung kamen die Testungen bereits am 3. Oktober im Thüringer Wald Supercup 2026 zum Einsatz.

Hinweis: Bei sämtlichen Anpassungen handelt es sich ausdrücklich um zeitlich begrenzte Regeltests für den VBL-Spielbetrieb. In den Dritten Ligen, tieferen Spielklassen sowie im Jugendbereich von DVV und Landesverbänden gelten weiterhin unverändert die regulären amtlichen Volleyballregeln.