Dresden, 12. März 2026 – Die DSCVOLLEYS haben alles in die Waagschale geworfen, doch am Ende hat es nicht ganz gereicht. Der deutsche Vizemeister musste sich im ersten Halbfinalspiel des CEV-Cups vor einer begeisterten Kulisse von 2921 Zuschauern in der Margon Arena der italienischen Spitzenmannschaft von Reale Mutua Fenera Chieri ´76 nach einer 2:0-Satzführung am Ende mit 2:3 (25:23, 26:24, 14:25, 14:25, 10:15) geschlagen geben. Dennoch hat das Team von Alexander Waibl damit einen Punkt erkämpft, braucht aber für den Einzug ins Finale beim Rückspiel kommenden Mittwoch mindestens einen klaren Sieg.

Alexander Waibl erklärte nach dem Spiel: „Wir haben zwei starke Sätze gespielt und zwei schwache. Die ersten beiden Sätze waren überragend. Dann aber haben wir aufgehört anzunehmen und haben im Angriff dadurch dann keine Punkte mehr gemacht. Wir haben zudem mit unseren Aufschlägen nicht mehr so viel Druck gemacht, Chieri dann umso mehr und dann wurde es schwer. Wir wollten es dann zwingen, da ging aber der Flow verloren, auch weil wir es nicht gewohnt sind, permanent gegen solche Teams zu spielen.“

Erfolgreichste DSC-Scorerin war Mette Pfeffer mit 17 Punkten, Marta Levinska und Lorena Lorber Fijok brachten es auf je 14 und Jette Kuipers auf 13 Zähler.

Alexander Waibl startete mit dieser Formation in das erste Halbfinalspiel: Emma Grome im Zuspiel, Marta Levinska auf Diagonal, Jette Kuipers und Lorena Lorber Fijok auf Annahme-Außen, Mette Pfeffer und Florentine Rosemann in der Mitte und Kapitänin Patricia Nestler auf der Liberoposition.

Die DSCVOLLEYS starteten mit viel Power und Konzentration, setzten Chieri mit den Aufgaben unter Druck. Nach einem Ass von Marta Levinska und einem Hammer-Angriff von Lorena Lorber Fijok führten die Gastgeberinnen mit 7:3 und zwangen Gäste-Coach Nicola Negro zur ersten Auszeit. Marta Levinska blieb weiter am Aufschlag und ihre Mannschaft am Drücker. Während sich die Gäste den einen oder anderen Fehler erlaubten, spielten die DSC-Damen sehr fokussiert. Aus stabiler Annahme setzte Emma Grome ihre Angreiferinnen immer wieder glänzend und variabel in Szene und auch in der Block- und Feldabwehr zeigten sich die Waibl-Schützlinge gut vorbereitet. Bei einem 15:8-Vorsprung bat Nicola Negro sein Team bereits zum zweiten Mal an die Seitenlinie. Doch kurzfristig erzielte er noch nicht die erhoffte Wirkung, denn die Dresdnerinnen verteidigten bis zum 18:11 ihren Vorteil. Dann aber kamen die Italienerinnen langsam besser in die Partie, kämpften sich auf 16:19 heran. Nun nahm Alexander Waibl seine erste Auszeit. Es entwickelte sich jetzt ein spannender Schlagabtausch, bei dem die Gäste auf einen Punkt (19:20 herankamen. Doch ein brachialer Schnellangriff von Mette Pfeffer und ein anschließender Block von ihr brachten die Dresdnerinnen wieder mit drei Zählern nach vorn. In der Crunchtime behielten die DSC-Mädels die Nerven, holten mit einem starken Block und dem Punkt zum 24:21 den ersten Satzball heraus. Zweimal konnten die Italienerinnen abwehren, aber beim dritten Versuch versenkte Florentine Rosemann den Ball im gegnerischen Feld.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich von Beginn an ein heißer Schlagabtausch auf Augenhöhe. Das Geschehen wogte hin und her, keine Mannschaft konnte sich deutlich absetzen. Für Chieri punktete nun immer wieder die Schweizer Nationalspielerin Laura Künzler. Nach einem Ass von Jette Kuipers führte der DSC mit 18:16, doch zwei Punkte durch die Ex-Potsdamerin Anett Nemeth kamen die Gäste wieder heran und gingen anschließend ihrerseits mit 20:18 in Front und bauten den Vorsprung aus, holten mit einem Hinterfeldangriff den Punkt zum 24:21 und damit den ersten Satzball heraus. Aber die Dresdnerinnen stemmten sich mit aller Macht gegen den Satzverlust. Die ersten beiden Chancen vereitelte Florentine Rosemann. Chieri nahm nochmal eine Auszeit, doch es half nicht. Unter dem Jubel der Dresdner Fans setzte sich Jette Kuipers gegen den gegnerischen Block durch und glich damit zum 24:24 aus. Der Niederländerin glückte gleich danach der nächste Punkt und damit schlug nun der DSC erstmals zum Satzgewinn auf. Nach starkem Aufschlag von Lorena Lorber Fijok versenkte Rosemann nun den Ball im Nachsetzen zum Satzgewinn für die Gastgeberinnen.

Im dritten Abschnitt wendete sich zunehmend das Blatt. Bei den DSCVOLLEYS schlichen sich einige Fehler im Aufschlag und in der Annahme ein. Dagegen kam die Mannschaft von Chieri um die ehemaligen Bundesliga-Spielerinnen Laura Künzler, Anett Nemeth und Zuspielerin Sarah van Aalen immer besser in die Partie. Die Ex-Potsdamerin Anastasia Cekulaev war beim Nachsetzen am Netz zur Stelle und holten den Punkt zur 8:5-Führung. Alexander Waibl musste früh die erste Auszeit nehmen. Doch die Gäste blieben am Drücker und erhöhten auf 13:8. Nun nahm der DSC-Coach bereits die zweite Auszeit. Weil jedoch die Annahme bei den Gastgeberinnen zunehmend wackelte, blieb der Spielaufbau schwierig und damit konnten die Elbestädterinnen auch kaum punkten. Alexander Waibl wechselte dann zunehmend durch, brachte Rosa Entius auf Diagonal, später Miku Akimoto für Jette Kuipers und Amanda Siksna für Florentine Rosemann. Doch die DSC-Mädels konnten das Blatt nicht mehr wenden. Cekulaev verwandelte den dritten Satzball.

Im vierten Durchgang zeigte sich das gleiche Bild. Schnell gerieten die Dresdnerinnen mit 4:7 ins Hintertreffen, bewogen den DSC-Coach erneut zur frühen Auszeit. Vor allem die Italienerin Stella Nervini bekamen die DSC-Damen zu selten in den Griff. Dennoch kämpften sich die Gastgeberinnen, die immer wieder von den Fans auf den Rängen gepusht wurden, auf 10:11 heran. Nach einer Auszeit von Gäste-Coach Nicola Negro drehte Chieri wieder auf und setzte sich mit 18:12 ab, ließen sich den Satzausgleich nicht mehr nehmen.

Im entscheidenden Tiebreak starteten die Gäste mit voller Power, verschafften sich schnell einen 5:0-Vorsprung. Auch wenn die DSCVOLLEYS alles versuchten, aber sie konnten den Schalter nicht mehr wirklich umlegen. Zwar bissen sie sich auch dank druckvoller Aufgaben von Emma Grome nochmal auf 8:11 heran, aber das erfahrene und clevere italienische Team zog sein Spiel durch und verwandelte nach 118 Minuten den zweiten Matchball zum Sieg.