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Eine erste komplette Bundesligasaison ist selten ein Selbstläufer – erst recht nicht, wenn gleichzeitig noch das Abitur abgelegt wird. Teresa Ziegenbalg hat genau das durchgezogen. Die junge Außenangreiferin des Dresdner SC hat in der Saison 2025/26 erste Einblicke in den Profialltag bekommen: strukturiertes Training mit den Coaches, Videoanalysen, Regeneration mit Eisbad und Physiotherapeut – und mittendrin der Schulunterricht. Wer einen normalen Dienstag bei Teresa erlebt hat, weiß: Freizeit war da Luxus. Trotzdem – oder vielleicht genau deswegen – zieht sie ein persönliches Fazit: eine Saison, die ihr gezeigt hat, wer sie ist und wer sie noch werden kann.

Wir haben mit ihr gesprochen – über erste Eindrücke auf dem Bundesliga-Parkett, das Halbfinale gegen Stuttgart, Kochen, Fotografieren und die Frage, was als Nächstes kommt.

Teresa, du hast jetzt eine komplette Saison in der 1. Volleyball Bundesliga auf dem Buckel. Wenn du der Teresa vor einem Jahr einen ehrlichen Ratschlag geben könntest – was würdest du dir sagen?

„Bleibe dir selbst treu und genieße deine Journey“

Der Sprung von der Jugend in den Profibereich ist für die meisten Spielerinnen ein Kulturschock. Was hat dich am Dresdner SC am meisten überrascht – positiv wie negativ?

„Ich war von der Struktur des Trainings und dem Staff sehr beeindruckt, da man durch insgesamt drei Trainer sehr viel Input bekommen hat und dementsprechend viel lernen konnte. Außerdem hat mich die Betreuung bezüglich unserer Regeneration auch sehr beeindruckt. Uns standen regelmäßig Eisbad, Reboots, aber natürlich auch Behandlungen bei unserem Physiotherapeuten zur Verfügung, was unsere Regeneration besonders nach anstrengenden Trainingseinheiten oder Spielen gefördert hat.“

Du hast deine erste Bundesligasaison und dein Abitur gleichzeitig durchgezogen – viele Menschen schaffen kaum eins davon. Gab es einen Moment, in dem du dir selbst gedacht hast: „Was mache ich hier eigentlich gerade?“

„Es gab durchaus Phasen, die sehr schwer waren, um alles unter einen Hut zu bekommen. Aber der dauerhafte Austausch und sehr viel Kommunikation zwischen Trainerschaft und Lehrern waren sehr ausschlaggebende Punkte, die mir das Leben deutlich leichter gemacht haben.“

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Teresa Ziegenbalg
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Bundesliga-Volleyball einerseits, Lernzettel andererseits – wie hat ein ganz normaler Dienstag bei dir ausgesehen? Und was war nervenaufreibender: das Halbfinalspiel gegen Stuttgart oder die Abiturvorbereitung?

„Ein ganz normaler Dienstag begann bei mir meistens mit Frühtraining von 9:30 bis 11:30 Uhr. Danach ging es für mich direkt zur Schule. Unterricht hatten wir an diesem Tag bis 14:50 Uhr. Von der Schule ging es dann direkt weiter zur Videoanalyse und dem darauffolgenden Training. Dieses ging meist bis 18:30 Uhr. Und am nervenaufreibendsten war ganz bestimmt das Halbfinale gegen Stuttgart, wobei ich beim Lernen fürs Abi auch sehr viele Nerven gebraucht habe.“

Wenn du an dein erstes Bundesligaspiel zurückdenkst: Was hast du in dem Moment gedacht, als du das erste Mal eingewechselt wurdest – oder auf dem Feld standest?

„Bei meinem ersten Einsatz auf dem Feld habe ich tatsächlich an nichts gedacht. Ich habe versucht, alle Emotionen und die tolle Atmosphäre aufzusaugen und mein Bestes zu geben.“

Schule und Leistungssport bedeutet auch: Du hast wahrscheinlich auf einiges verzichtet, was für viele 18- oder 19-Jährige selbstverständlich ist. Was hat dich nie gestört – und worüber hast du gelegentlich doch mal genervt geseufzt?

„Mich hat es tatsächlich nie gestört, Leistungssportler zu sein. Natürlich denkt man auch mal daran, wie es wäre, ein wenig mehr Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen, aber grundsätzlich hat Volleyball so einen großen Stellenwert in meinem Leben, sodass alles, was man denkt zu ‚verpassen‘ keine Rolle spielt.“

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Volleyball nimmt viel Raum ein – aber wer bist du, wenn du nicht in der Halle stehst? Was beschäftigt dich, begeistert dich, treibt dich an, das nichts mit Sport zu tun hat?

„Ich bin eine sehr aufmerksame, zielstrebige und emphatische Person. Ich liebe es, zu kochen und zu backen. Außerdem zeichne, fotografiere und schreibe ich gern in meiner Freizeit und bin gern in der Natur unterwegs.“

Hast du schon einen Plan, ob und was du studieren möchtest, oder ist der Gedanke gerade noch in der Schwebe zwischen Volleyball und allem anderen?

„Ich möchte wahrscheinlich ein Fernstudium in Richtung Gesundheitsmanagement beginnen, da ich mich sehr für Sport, Ernährung und Gesundheit im Allgemeinen interessiere und gern andere Leute inspirieren und in ihrem Alltag unterstützen möchte.“

Dresdner SC, Bundesliga, Abitur – das klingt nach einer ordentlichen Visitenkarte für den Start ins Erwachsenenleben. Aber mal ehrlich: Wie lautet dein persönliches Fazit dieser Saison in einem Satz, der nicht aus einer Pressemitteilung stammt?

„Es war eine sehr lehrreiche Saison, die mir gezeigt hat, wer ich bin und wer ich noch werden kann. :)“

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