Die DSCVOLLEYs haben alles in die Waagschale geworfen und sich teuer verkauft, dennoch hat es auch dieses Mal in der Champions League gegen den haushohen Favoriten nicht zu etwas Zählbarem gereicht. Beim Titelverteidiger A. Carraro Prosecco DOC CONEGLIANO musste sich der deutsche Vizemeister am Ende mit 0:3 (19:25, 23:25, 19:25) geschlagen geben.

Alexander Waibl schätzte ein: „Es war ein deutlich engeres Spiel als das Hinspiel. Der Gegner hat teilweise mit seiner zweiten Reihe gespielt, aber auch durchgängig Weltklasseleute. Wir haben uns teuer verkauft, haben deutlich besser angegriffen, hatten allerdings bisschen Mühe, über die Position vier zu punkten. Letztlich hat es wie in Ankara nicht ganz zum Satzgewinn gereicht.“

Ich bin nicht komplett unzufrieden. Alle Sätze waren viel knapper als im ersten Spiel. – Patricia Nestler

Als MVP des Spiels wurde Isabelle Haak von Conegliano ausgezeichnet. Erfolgreichste Scorerin beim DSC war Marta Levinska mit 21 Punkten.

Alexander Waibl, der auf die erkrankte Florentine Rosemann verzichten musste, schickte diese Formation ins Spiel: Emma Grome im Zuspiel, Marta Levisnka auf Diagonal, Lorena Lorber Fijok und Jette Kuipers auf Annahme-Außen, Mette Pfeffer und Amanda Siksna in der Mitte und Patricia Nestler auf der Liberoposition.

Die erste Überraschung gab es kurz vor dem Spiel, denn die Gastgeberinnen starteten mit einigen Spielerinnen ihrer zweiten Reihe in diese Partie. Zumindest aber Top-Scorerin Isabelle Haak und auch Libera Monica de Gennaro standen auf dem Feld. Und die Schwedin punktete auch im ersten Satz wie immer zuverlässig. Die DSCVOLLEYs mussten sich natürlich zunächst auf die neue Situation einstellen. Sie leisteten sich gleich zu Beginn einige leichte Fehler und so hatte Conegliano keine Mühe, auf 6:2 davonzuziehen. Grund genug für Alexander Waibl, seine Mannschaft zur ersten Auszeit zu bitten. Seine Worte halfen und so kämpften sich seine Schützlinge Punkt für Punkt heran. Jette Kuipers vollendete dann einen längeren Ballwechsel mit zahlreichen starken Abwehraktionen auf beiden Seiten mit dem Punkt zum 7:7-Ausgleich. Kuipers war auch danach mehrfach erfolgreich, und die Partie blieb trotz einer knappen Führung der Gastgeberinnen noch relativ offen. Doch Ausnahmekönnerin Isabelle Haak setzte sich immer wieder im Angriff durch und mit ihrer enormen Physis und ihrer ganzen Erfahrung verschafften sich die Italienerinnen in der Schlussphase einen 20:15-Vorsprung, den sie nicht mehr aus der Hand gaben. Zwischenzeitlich war Miku Akimoto für Lorena Lorber Fijok aufs Feld gekommen.

Im zweiten Abschnitt legte erneut Conegliano vor, führte 8:4 und zwang Alexander Waibl zu einer frühen Auszeit. Beim 8:14 wechselte er auf der Mitte Amelia Van der Werff für Amanda Siksna ein. Ihr gelang wenig später gleich ein Ass. Die DSCVOLLEYs kämpften aufopferungsvoll um jeden Ball, nutzten auch ihre Chancen im Angriff und Mette Pfeffer machte mit einem Ass die 19:18-Führung für ihr Team perfekt. In der Crunchtime lagen die Gäste dann sogar mit 22:20 in Front. Das bewog den gegnerischen Trainer, per Doppelwechsel seine erfahrene Stammzuspielerin Joanna Wolosz aufs Feld zu bringen. Unter ihrer Führung konnte der Favorit am Ende den Spieß noch umdrehen und den knappen Satzgewinn sichern, während die DSCVOLLEYs wie schon in Ankara die Chance nicht nutzen konnten.

Im dritten Durchgang startete der DSC gut, erarbeitete sich einen 8:6-Vorsprung. Immer wieder kratzten die DSC-Mädels die Bälle vom Boden und lieferten dem Favoriten einen harten Kampf. Doch die erfahrenen und routinierten Spielerinnen von Conegliano ließen sich nicht beeindrucken, erarbeiteten sich mit mehr Durchschlagskraft im Angriff einen 20:16-Vorsprung, den sie nicht mehr abgaben.

Kapitänin Patricia Nestler meinte anschließend: „Ich bin nicht komplett unzufrieden. Man hat gesehen, dass wir uns im Vergleich zum Hinspiel gesteigert haben. Natürlich haben sie auch zum Teil mit anderen Spielerinnen gespielt, aber man hat gesehen, dass wir uns entwickelt haben. Alle Sätze waren viel knapper als im ersten Spiel. Wir hatten uns vorgenommen, sie zu ärgern und auch einen Satz zu holen, das war denkbar knapp. Am Ende haben sie es mit ihrer Erfahrung und ihrer Physis gelöst.“