Was für ein Wahnsinnskampf! Trotz einer erneuten Steigerung und einer ganz starken Leistung hat es für die DSCVOLLEYs nicht ganz zum großen Wurf gereicht. Das Team von Alexander Waibl musste sich im Halbfinal-Rückspiel des CEV-Cups beim italienischen Spitzenteam von Reale Mutua Fenera Chieri ´76 wie schon im Hinspiel mit 2:3 (13:25, 25:17, 26:28, 25:23, 12:15) geschlagen geben. Damit verpasste der deutsche Vizemeister knapp den erstmaligen Einzug ins Finale des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs. Dennoch können die DSC-Mädels erhobenen Hauptes die internationale Bühne verlassen, müssen jetzt den Schalter schnell umlegen, denn am Sonnabend starten sie gegen Münster ins Play-off-Viertelfinale.

„Es war eine super Leistung der Mannschaft. Ich bin absolut stolz auf die Mädels, sie haben alles reingeworfen. Wir haben das gespielt, was wir können und haben den deutschen Volleyball in Italien würdig vertreten, insgesamt eine starke Europapokal-Saison gespielt“, erklärte Alexander Waibl.

Erfolgreichste Scorerin war Marta Levinska mit 33 Punkten, Lorena Lorber Fijok brachte es auf 12 Zähler.

Alexander Waibl startete mit dieser Formation in die Partie: Emma Grome im Zuspiel, Marta Levinska auf Diagonal, Lorena Lorber Fijok und Jette Kuipers im Außenangriff, Mette Pfeffer und Florentine Rosemann in der Mitte und Kapitänin Patricia Nestler auf der Liberoposition.

Die Gastgeberinnen begannen vor 2060 Zuschauern, darunter auch einigen DSC-Fans, sehr konzentriert, setzten den DSC mit den Aufschlägen unter Druck und auch die Block- und Feldabwehr stand sehr stabil. So musste Alexander Waibl bereits beim 2:5 seine erste Auszeit nehmen. Das half zumindest kurzfristig – zwei Punkte durch Mette Pfeffer und Lorena Lorber Fijok brachten die Dresdnerinnen heran. Doch erneut erarbeiteten sich die Italienerinnen mit viel Power im Angriff eine 11:6-Führung. Wenig später wechselte der DSC-Coach Amanda Siksna für Florentine Rosemann ein. Die Dresdnerinnen fanden in der ungewohnten Halle aber noch nicht ihren gewohnten Rhythmus. Mit einem Ass von Anastasia Cekulaev beendeten die Gastgeberinnen den ersten Satz souverän.

Doch im zweiten Abschnitt bot sich ein ganz anderes Bild. Nach einer frühen Auszeit von Alexander Waibl beim 2:2 gaben seine Schützlinge anschließend richtig Gas. Mit druckvollem Aufschlagsspiel, stabiler Annahme und einer guten Block-und Feldabwehr boten die DSC-Damen dem Favoriten energisch Paroli. Als Lorena Lorber Fijok nach einer langen Rallye den Ball im gegnerischen Feld zur 13:8-Führung versenkte, musste Chieris Trainer Nicola Negro bereits eine zweite Auszeit nehmen. Es half wenig. Die DSCVOLLEYs blieben am Drücker, in allen Bereichen hellwach und hatten in Marta Levinska dieses Mal eine überragende Punktesammlerin.

Im dritten Durchgang entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch auf Augenhöhe. Knappe Rückstände konnten beide Teams immer wieder wettmachen. Die DSC-Mädels gaben keinen Ball verloren, standen stabil im Block, nutzten immer wieder auch ihre Chancen im Angriff. In der Crunchtime sorgte eine Blockabwehr von Siksna für den ersten DSC-Satzball, doch den Angriff von Jette Kuipers segelte nur Zentimeter ins Aus. Anschließend wehrte das Waibl-Team zwei gegnerische Satzbälle ab, doch der dritte brachte aufgrund eines Aufstellungsfehlers des DSC den Erfolg für die Italienerinnen.

Das steckte der DSC jedoch weg, meldete sich im vierten Satz eindrucksvoll zurück. Als Lorena Lorber Fijok ein Ass zum 10:7 servierte, zog Nicola Negro seine erste Auszeit. In der Folgezeit kämpften sich die Gastgeberinnen nun ihrerseits mit guter Blockarbeit und effektiven Angriffen zum 17:17-Ausgleich heran. Bis zum 20:20 blieb es ausgeglichen, dann war es einmal mehr Marta Levinska, die ihre Mannschaft wieder in die Vorhand brachte. Und die glänzend aufgelegte lettische Nationalspielerin nutzte am Schluss auch den dritten Satzball für ihr Team.

Damit ging es erneut in den Tiebreak. Jetzt legten die Italienerinnen gleich los wie die Feuerwehr, verschafften sich bis zum letzten Seitenwechsel einen 8:4-Vorsprung. Laura Künzler sorgte wenig später mit einem krachenden Angriff für eine komfortable 10:4-Führung der Gastgeberinnen. Aber die DSC-Mädels gaben sich noch längst nicht auf, wehrten sich mit riesiger Moral und großem Kampfgeist gegen die drohende Niederlage. Nach einem Ass von Jette Kuipers war der DSC auf 7:10 heran, zwang Chieri zur Auszeit. Und die Dresdnerinnen punkteten weiter, Marta Levinska vollendete einen langen Ballwechsel mit vielen spektakulären Abwehraktionen zum 10:11-Anschluss. Erneut musste Nicola Negro sein Team an die Seitenlinie bitten. Nun legten Laura Künzler und Anett Nemeth noch einmal eine Schippe drauf, zeigten ihre Klasse und Erfahrung. Zwar konnte Marta Levinska den ersten Matchball noch abwehren, doch Nemeth nutzte nach 116 Minuten dann die zweite Möglichkeit.