Patricia Nestler ist nicht nur eine der prägendsten Abwehrspielerinnen des Dresdner SC, sondern auch ein lebendiges Beispiel dafür, wie Leidenschaft, harte Arbeit und klare Ziele eine Karriere formen. Die 24-Jährige, geboren und aufgewachsen in Radebeul, begann ihre Volleyball-Laufbahn beim SV Motor Mickten-Dresden, bevor sie über den VC Olympia Dresden – die Talenteschmiede des Dresdner SC – den Weg in die Bundesliga fand.
Seit 2024 ist „Patti“ zurück in Dresden. Hier ist sie heute nicht nur als gestandene Libero und neue Kapitänin des Teams unverzichtbar, sondern auch als Identifikationsfigur für junge Talente. Ihre Rückkehr markierte einen besonderen Moment: Nestler steht für den „Dresdner Weg“, der Nachwuchsspielerinnen kontinuierlich in die Bundesliga führt und ihnen die Chance gibt, sich auf höchstem Niveau zu beweisen.
In ihrer Freizeit setzt Patricia Nestler bewusst auf Ausgleich abseits des Volleyballplatzes: „Ich verbringe gerne Zeit mit Familie und Freunden. Wir gehen gern spazieren, spielen Spiele oder kochen und essen zusammen. Dabei kann ich sehr gut abschalten.“ Dieser bewusste Ausgleich hilft ihr, die Balance zwischen sportlichem Ehrgeiz und Privatleben zu halten.
Die Verbindung von Sport und Studium ist für die Libero des Dresdner SC eine Frage der Disziplin und Struktur: „Ich habe erst kürzlich mein Bachelor Studium in Psychologie abgeschlossen. Zwischen den Trainings habe ich oft die Zeit genutzt, um an meinem Studium zu arbeiten. Das bedarf natürlich sehr viel Motivation. Für mich ist es sehr wichtig, sich neben dem Sport auch mit anderen Dingen zu beschäftigen und sich weiterzubilden. Ich denke, wenn man eine klare Struktur und feste Zeiten hat , in denen man etwas für das Studium machen möchte, kann man das nebenbei gut bewältigen.“
Auf dem Platz ist Nestler vor allem für ihre mentale Stärke und ihre Fähigkeit bekannt, auch in schwierigen Momenten die Übersicht zu behalten. „Niederlagen sind natürlich nie leicht. Mir hilft es immer, nochmal mit verschiedenen Personen darüber zu sprechen und das Spiel auszuwerten. Ich schaue mir auch das Video noch mal an, um daraus zu lernen.“ Besonders in der Vorbereitung auf entscheidende Spielsituationen setzt sie auf mentale Vorstellungskraft: „Manchmal stelle ich mir im Training verschiedene Spielsituationen vor, um mich mental darauf einzustellen. Beispielsweise sage ich im Annahmetraining: ‚So, das ist jetzt der Matchball des Gegners.‘ Und dann muss ich den natürlich gut vorbaggern, ansonsten hat der Gegner gewonnen.“
Als Libero, das „Rückgrat der Verteidigung“, weiß Nestler um die Bedeutung von Kommunikation: „Die Kommunikation auf dem Feld ist natürlich sehr wichtig, nicht nur um sich für folgende Ballwechsel abzustimmen, sondern auch um Spielerinnen Sicherheit zu geben. Dabei kann auch nonverbale Kommunikation extrem hilfreich sein. Diese ist vor allem in lauten Hallen der Schlüssel, wenn man sich verbal nicht richtig verständigen kann.“
Patti beweist: Erfolg kommt nicht von allein, sondern durch harte Arbeit, klare Absprachen und den Willen, sich immer weiterzuentwickeln – ob im Studium, im Training oder im Spiel. Ihre Art, mit Druck umzugehen und das Team zusammenzuhalten, macht sie zu einer wichtigen Stütze für den Dresdner SC.
Die Libero-Position gilt als „Rückgrat“ der Verteidigung. Wie schaffst du es, auch in langen Ballwechseln konzentriert zu bleiben?
„Darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie viel nachgedacht. Während des Ballwechsels bin ich sehr fokussiert und im Moment. Wenn ich merke, dass es sehr hektisch wird, probiere ich nicht so viele Extra-Bewegungen zu machen. Und selbst wenn ich merke, dass ich nicht in der richtigen Position bin, erzwinge ich nicht, in diese zu kommen, sondern von meinem Standort aus gut zu arbeiten.
Was ist dein Geheimnis, um die Stimmung im Team zu halten, wenn die Verteidigung unter Druck gerät?
„Ich probiere immer, die Ruhe zu wahren und Spielerinnen, die unter Druck stehen zu sagen, dass sie darauf achten sollen, ruhig zu stehen und von dort aus zu arbeiten. Oft hilft auch ein kurzes Lächeln oder Abklatschen, um den Kolleginnen den Druck zu nehmen und zu signalisieren, dass sie nicht alleine sind.“
Wie analysierst du die Angreiferinnen der gegnerischen Mannschaft, um ihre Schwächen zu erkennen?
„Wir schauen uns natürlich vor dem Spiel Videos an und erarbeiten uns die Charakteristiken der Angreifer. Dadurch hat man eine gute Orientierung, welche Richtungen die Angreifer bevorzugen. Trotzdem muss man sich im Spiel anpassen und auch bereit sein, in der Situation anders zu handeln.“






