Der Titelkampf beginnt: Am Wochenende starten die besten acht Teams der Frauen-Bundesliga mit den Viertelfinal-Hinspielspielen in die Play-offs. Wir haben einige der prominentesten deutschen (Ex-)Volleyballerinnen gebeten, die Viertelfinalduelle einzuschätzen.

Angelina Grün über das Viertelfinalduell USC Münster vs. VT Aurubis Hamburg:
„Generell finde ich es toll, dass auch die Frauen wieder zum Play-off-System zurückgefunden haben. Das schafft einfach eine andere Spannung als normale Ligaspiele und alles ist noch mal möglich. Bei der Paarung USC gegen Hamburg ist schwer vorauszusehen, wer es am Ende schafft. Hamburg konnte ich dieses Jahr leider nicht spielen sehen und kann daher schlecht einschätzen, wie stark sie tatsächlich sind. Aber allein die Tabellenplatzierung beider Teams verspricht spannende Spiele. Münster hat nach langer Zeit wieder Anschluss an Deutschlands Spitze gefunden und ich wünsche meinem Ex-Klub, dass er das auch in den Play-offs beweisen kann. Für den Titel kommen für mich die Top vier Teams der Hauptrunde in Frage (Dresden, Vilsbiburg, Schwerin und Münster, Anm. d. Red.)), auch wenn auf dem Weg ins Halbfinale die eine oder andere Überraschung möglich ist. Wer nach dieser intensiven Saison den längeren Atem und die beste Auswechselbank hat, wird am Ende Meister … toi, toi, toi!”

(Zur Person: Angelina Grün ist Deutschlands prominenteste Volleyballerin.
Die 32-Jährige absolvierte 291 Länderspiele für die Nationalmannschaft und wurde unter anderem mit dem USC Münster 1997 Deutscher Meister. Nach einem Intermezzo bei Alemannia Aachen in der Bundesliga wechselte sie zum Ende des Jahres zu Dynamo Moskau, wo sie auf Anhieb Pokalsieger wurde.)

Ute Steppin über das Viertelfinalduell Schweriner SC vs. VfB Suhl:
„Ich komme zwar derzeit selten in die Halle, weil ich genug mit meinen Kindern zu tun habe. Aber ich informiere mich über das aktuelle Geschehen und ich denke, Schwerin hat sich im Saisonverlauf ganz schön gesteigert. Am Anfang war das ja nicht so prickelnd. Aber jetzt hat sich das Team mit den neuen Spielerinnen und dem neuen Trainer Teun Buijs zusammengefunden. Die Mannschaft hat sich vor allem hinsichtlich des Spielflusses und im Zusammenspiel gesteigert. Mit dem Pokalsieg haben die Spielerinnen genau zum richtigen Zeitpunkt die richtige Richtung gefunden – und die Play-offs können im Titelkampf ja nochmal alles durchmischen. Durch die Erfahrung im vergangenen Jahr, als die Mannschaft so nervenstark war und entscheidende, brenzlige Spiele doch noch gewonnen hat, hat Schwerin in diesem Jahr wieder große Chancen auf den Meistertitel. Wenn es die Vorbereitungen für die Jugendweihe meiner Tochter zulassen, bin ich bei den möglichen Finalspielen in der Arena dabei (lacht).”

(Zur Person: Ute Steppin hat mit 426 Einsätzen für Deutschland, davon 351 für die DDR, hinter Rekordnationalspielerin Renate Riek die zweitmeisten Spiele in den deutschen Nationalmannschaften absolviert. 1988 und 1996 nahm sie an Olympischen Spielen teil. Für den Schweriner SC sowie Vorläufer SC Traktor Schwerin war sie von 1976 bis 1997 aktiv. 1983 und 1987 wurde die 1,90-Meter-Frau mit dem DDR-Team Europameisterin und freut sich ausdrücklich darüber, dass in Schwerin Spiele der Frauen-Europameisterschaft 2013 in Deutschland und der Schweiz ausgetragen werden – 30 Jahre nach ihrem EM-Titel mit der DDR. Heute arbeitet die 46-Jährige als Fachinformatikerin und lebt in Leeze am Schweriner See.)

Tanja Hart über das Viertelfinalduell Rote Raben Vilsbiburg vs. VC Wiesbaden:
„Weil die Favoritenrolle bei Vilsbiburg liegt, können die Wiesbadenerinnen befreit aufspielen – vor allem im ersten Spiel vor eigenem Publikum. Ich kenne ja die Stimmung in der Halle in Wiesbaden, die kann die Mannschaft tragen und beflügeln. Wenn sie da gut ins Spiel finden, hat der VC durchaus eine Chance gegen Vilsbiburg. Die Karten werden in den Play-offs neu gemischt, wie die Partien davor waren, zählt dann nicht mehr. Es wird auf jeden Fall ein spannendes Duell. Darauf, dass die Formkurve bei den Roten Raben zuletzt etwas nach unten zeigte, würde ich mich allerdings nicht verlassen. Vilsbiburg zählt für mich gemeinsam mit Schwerin zu den größten Anwärtern auf den Meistertitel. Ich verfolge das gespannt – mein Herz schlägt dabei natürlich ein wenig für meinen Ex-Klub Wiesbaden.“

(Zur Person: Tanja Hart nahm 1996, 2000 und 2004 dreimal in Serie an Olympischen Spielen teil. Insgesamt trug sie in 206 Spielen das DVV-Trikot.
Mit dem USC Münster wurde die Zuspielerin zweimal Deutsche Meisterin, beim VC Wiesbaden beendete sie 2008 ihre aktive Karriere. Aktuell befindet sich die 38-Jährige Lehrerin in Elternzeit. Eine künftige Trainerkarriere schließt sie nicht aus.)

Kerstin Tzscherlich über das Viertelfinalduell Dresdner SC vs. Smart Allianz Stuttgart:
„Wir gehen zwar als Tabellenführer in die Play-offs, aber wir sind gewarnt, denn das erste Ligaspiel haben wir in Stuttgart 0:3 verloren. Zwar hat Stuttgart nur mit Ach und Krach die Play-offs erreicht, aber die hatten im Saisonverlauf genauso mit Verletzungssorgen zu kämpfen wie wir. Deswegen sehe ich uns in Stuttgart nicht als Favorit, im Rückspiel schon eher. Dass wir das entscheidende Spiel zuhause haben, empfinde ich als Vorteil. Wenn es dann 1:1 nach Spielen stehen sollte, käme es vor unseren Fans in unserer Halle zum entscheidenden Golden Set. Aber in Stuttgart kann viel passieren.
Sie haben gute Zuspielerinnen, eine starke Libera und wenn die Angreiferinnen einen guten Tag erwischen, wird es nicht leicht für uns. Bis wir überhaupt an die Deutsche Meisterschaft denken dürfen, müssen wir erst mal Stuttgart schlagen.“

(Zur Person: Kerstin Tzscherlich spielt seit 1990 beim Dresdner SC und holte mit ihrem Heimatklub zweimal die Deutsche Meisterschaft und dreimal den DVV-Pokal. Die Libera ist die dienstälteste Spielerin im Nationalteam und hat 368 Spiele für die DVV-Frauen absolviert – Rang vier in der Liste der Rekordnationalspielerinnen. 2000 und 2004 war sie bei Olympia dabei, 2011 holte sie EM-Silber.)

Die Ergebnisse vom 18. bis 20. März 2012 Challenge Cup (Halbfinal-Rückspiel)
18.03.2012 Baki Baku/AZE – VfB Suhl 3:0 (25:12, 25:22, 25:17)

1. Liga Frauen (Nachholspiel, Hauptrunde)
20.03.2012 Schweriner SC – VfB Suhl 3:0 (26:24, 25:13, 25:16)

Die nächsten Termine
Play-offs (Viertelfinale, Hinspiel)
24.03.2012 18:00 VT Aurubis Hamburg – USC Münster (CU Arena)
24.03.2012 19:30 Smart Allianz Stuttgart – Dresdner SC (SCHARRena)
25.03.2012 16:00 VfB Suhl – Schweriner SC (Sporthalle Wolfsgrube)
25.03.2012 17:00 VC Wiesbaden – Rote Raben Vilsbiburg (Sporthalle Am 2.
Ring)

Play-offs (Viertelfinale, Rückspiel, ggf. Entscheidung durch Golden Set)
28.03.2012 19:00 Schweriner SC – VfB Suhl (ARENA Schwerin)
28.03.2012 19:30 Dresdner SC – Smart Allianz Stuttgart (Margon Arena)
28.03.2012 19:30 Rote Raben Vilsbiburg – VC Wiesbaden (Ballsporthalle
Vilsbiburg)
28.03.2012 19:30 USC Münster – VT Aurubis Hamburg (Sporthalle Berg Fidel)