Was für eine unglaubliche Leistung, was für ein grandioser Volleyball-Abend in der „Margon Hölle“. Die DSCVOLLEYS haben es tatsächlich geschafft und stehen zum zweiten Mal hintereinander wieder im Finale um die deutsche Meisterschaft. Auch das zweite Playoff-Halbfinalspiel gegen den Vorrundensieger Allianz MTV Stuttgart bot Spannung, Emotionen pur und wie schon im ersten Match am Ostersonntag erkämpften sich die Schützlinge von Alexander Waibl nach einem Auf und Ab der Gefühle einen verdienten 3:2-Sieg (20:25, 25:21, 25:23, 24:26, 15:13). Die 3000 Zuschauer in der restlos ausverkauften Margon Arena sorgten bis zum Schluss mit Gänsehautstimmung und als Amanda Siksna nach 127 Minuten den Ball ins gegnerische Feld blockte, flippten die Fans vor Freude aus. Die DSC-Mädels tanzten und hüpften vor Freude auf dem Feld und die Fans stimmten Jubelgesänge auf den Rängen an.
Nun kommt es erstmals zum mitteldeutschen Finale um die deutsche Meisterschaft zwischen den DSCVOLLEYS und dem VfB Suhl LOTTO Thüringen. Die Tickets sind ab sofort erhältlich!
Alexander Waibl erklärte nach dem Spiel: „Der Einzug ins Finale bedeutet uns alles. Damit ist wieder die Qualifikation für die Champions League verbunden für die neue Saison und wir wissen, dass wir wieder gegen Weltklasseteams spielen und jetzt haben die Chance, gegen ein Top-Team um die Meisterschaft zu spielen. Ich bin extrem stolz auf die Arbeit meiner Kollegen, auf die Mentalität unserer Spielerinnen, ihren Fleiß. Die Identifikation mit unserem Verein ist riesig. Wir waren heute im Angriff und Block-Abwehr besser. Was Marta heute gespielt hat, war Weltklasse und ich bin besonders stolz auf Terry.“
Mit der goldenen MVP-Medaille wurde DSC-Diagonalangreiferin Marta Levinska ausgezeichnet, die mit 32 Punkte auch erfolgreichste Scorerin war. Silber ging an die MTV-Angreiferin Eleanor Holthaus. Zweistellig punkteten für den DSC auch Mette Pfeffer mit 15 sowie Amanda Siksna und Lorena Lorber Fijok mit je 12 Zählern.
Alexander Waibl, der weiterhin auf Miku Akimoto verzichten musste, veränderte seine Startformation gegenüber dem ersten Spiel nicht, schickte das gleiche Aufgebot aufs Feld wie in Stuttgart.
Zunächst starteten die DSCVOLLEYS etwas nervös. Eine Aufgabe von Antonia Stautz sowie ein Block von Lucia Varela sorgte für die schnelle 2:0-Führung des MTV. Zwar konnte Jette Kuipers anschließend auch den ersten Punkt für den DSC markieren, doch anschließend setzten sich die Stuttgarterinnen mit druckvollem Aufschlags- und Angriffsspiel auf 10:5 ab. Alexander Waibl reagierte, nahm seine erste Auszeit. Doch weil seinen Schützlingen ein, zwei Fehler unterliefen und Toni Stautz mit zwei Aufgaben erneut punktete, musste der DSC-Coach beim 7:14 seine Mannschaft erneut an die Seitenlinie bitten. Diesmal fruchteten seine aufrüttelnden Worte. Nun fand Marta Levinska mehrfach die Lücken im gegnerischen Block und so kämpften sich die Gastgeberinnen auf 13:14 heran. Doch mit einer Aufschlagserie von Lucia Varela erarbeiteten sich die MTV-Damen erneut einen Vorsprung. Beim 17:19 zog Alexander Waibl den Doppelwechsel, doch der Vorrundenerste blieb am Drücker und sicherte sich am Ende mit einem Block den ersten Satzball.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs verbuchten die DSC-Damen zunächst drei Punkte hintereinander, aber mit einer weiteren Aufschlagserie von Toni Stautz drehten die Stuttgarterinnen den Spieß zu ihren Gunsten um. Beim 3:7-Rückstand wechselte Alexander Waibl Terese Ziegenbalg im Angriff für Jette Kuipers ein. Damit bewies der Coach ein glückliches Händchen, denn die 19-Jährige Linkshänderin zeigte ihre sicher vorhandene Nervosität nicht, sondern brachte Energie aufs Feld, stabilisierte vor allem die Annahme, setzte dann aber auch Akzente mit ihren Aufschlägen und Angriffen. Die Stimmung auf den Rängen kochte erstmals so richtig hoch, als beim 12:10 für Stuttgart der Schiedsrichter einen Ball auf dem Boden im DSC-Feld gesehen hatte, obwohl Marta Levinska die Hand noch unter das Spielgerät bekommen hatte. Trotz der Challenge, die Alexander Waibl nahm, bestätigten die Schiedsrichter die Entscheidung und so stand es 13:10 für die Gäste. Doch Teresa Ziegenbalg versenkte den nächsten Angriff zum 11:13. Mette Pfeffer und zweimal Marta Levinska sorgten danach für den 14:14-Ausgleich. Auch eine Auszeit, die MTV-Coach Konstantin Bitter genommen hatte, brachte sein Team nicht wieder in Front. Stattdessen waren es die beiden DSC-Eigengewächse Mette Pfeffer mit einem Schnellangriff sowie Teresa Ziegenbalg mit zwei Aufschlagpunkten, die die Gastgeberinnen mit 17:15 in Führung brachten. Konstantin Bitter wechselte viel hin und her, doch am Ende hämmerte Marta Levinska zum 25:21-Satzgewinn ins gegnerische Feld.
Hart umkämpft blieb die Partie auch im dritten Abschnitt. Bis zum 9:8 konnte sich kein Team wirklich entscheidend absetzen, dann aber verschafften sich die DSCVOLLEYS einen 11:8-Vorsprung, den sie auch dank einiger Fehler der Stuttgarterinnen auf 13:9 ausbauen konnten. Nach einer Auszeit aber schlugen die MTV-Damen dank druckvoller Aufgaben von Mikala Mogensen und einer guten Blockabwehr zurück, kämpften sich auf 13:14 heran. Aber die Waibl-Schützlinge waren nun im Flow, ließen sich durch nichts beeindrucken, fanden immer wieder eine Antwort und behielten auch in der engen Schlussphase die Nerven. Wie leidenschaftlich die Dresdnerinnen um jeden Ball hechteten und fighteten, zeigte auch in der Schlussphase ein Ballwechsel, bei dem Marta Levinska sogar mit dem Fuß abwehrte.
Im vierten Durchgang setzte sich der enge Schlagabtausch mit vielen spektakulären Ballwechseln fort. Keine Mannschaft konnte sich zunächst wirklich Luft verschaffen. Obwohl der DSC immer wieder einen oder zwei Punkte vorlegte, biss sich Stuttgart wieder heran. So konnten die Elbestädterinnen auch eine 21:9-Führung nicht halten. Stattdessen schlugen die Gäste beim 24:22 zum ersten Satzball auf. Aber die DSCVOLLEYS wehrten sich, vereitelten zwei Chancen der Gäste. Am Ende aber sorgten die Stuttgarterinnen mit einem Aufschlag, der über die Netzkante rollte für den 2:2-Satzausgleich.
Im Tiebreak führten die MTV-Damen dank starker Aufschläge zunächst mit 5:3. Alexander Waibl brachte nun Jette Kuipers zurück ins Spiel. Beim 8:7 aus Dresdner Sicht wurden zum letzten Mal die Seiten gewechselt. Danach setzten sich die Dresdnerinnen auf 11:7 ab, aber Stuttgart stemmte sich mit aller macht gegen die drohende Niederlage. Beim 12:12 war wieder alles offen. Doch Marta Levinska und besagte Blockaktion sorgten für das Happyend aus DSC-Sicht und Riesenjubel.
Anschließend erhielten die Gäste noch die Bronzemedaillen überreicht.