Als Neuzugang verstärkt Amelia van der Werff seit 2025 den Mittelblock des Dresdner SC. Mit ihrer Erfahrung aus dem US-College-Volleyball bringt sie frische Impulse in das Team. „Ich freue mich darauf, starke Verbindungen zu meinen Teamkolleginnen aufzubauen und gemeinsam auf höchstem Niveau zu spielen“, betont sie vor dem Saisonstart.
Unterdessen sind wir mitten in der Saison und daher schauen wir einmal, wie gut die Spielerinnen angekommen sind und was sie antreibt. „Für mich ist Volleyball nicht nur ein Sport, sondern eine Leidenschaft, die ich mit meinem Team teile – und das macht den Unterschied.“ So beschreibt Amelia van der Werff, die 23-jährige Mittelblockerin des Dresdner SC, ihre Einstellung zum Spiel. Für Amelia zählt weit mehr als nur der Block: Es ist die Kommunikation, das Vertrauen und die Selbstlosigkeit im Team.
Amelia weiß, dass in einer lauten Volleyballhalle oft ein Blick mehr sagt als tausend Worte. Vor allem in der Margon Arena oder in Suhl wird verbale Kommunikation hart auf die Probe gestellt. „In den USA wird uns beigebracht, ständig unsere Stimme zu benutzen, aber auch die Körpersprache zu lesen, damit wir uns immer einig sind“, erzählt sie. Diese nonverbale Kommunikation ist für sie essenziell, um im Team effektiv zu agieren und Missverständnisse zu vermeiden. Vielleicht hilft es da auch, dass Amelia bis zu ihrem 12. Lebensjahr Fußball gespielt hat und erst danach ihre Leidenschaft für Volleyball entdeckte. Eine Leidenschaft, mit der sie ihre beiden jüngeren Schwestern Virginia und Olivia Mae ansteckte, die ebenfalls College Volleyball spielen. (A.d.R. Quelle Texas A&M University)
Für Amelia ist das Team mehr als nur eine Gruppe von Spielerinnen – es ist eine Familie. „Was ich an meinen Teamkolleginnen am meisten schätze, ist ihre Freundlichkeit und Selbstlosigkeit. Volleyball erfordert so viel Vertrauen, und unser Team will wirklich das Beste füreinander“, betont sie. Alle im Team haben das gleiche Ziel. Das Spiel zu gewinnen und eine erfolgreiche Saison zu spielen. Daher unterstützen sich die Mädels auf jeder Ebene, egal ob auf dem Feld oder hinter der Trainerbank, im oder nach dem Training.
Die 1,91 m große Mittelblockerin aus Kansas verbringt mit DSCVOLLEY ihre erste Saison außerhalb der USA. Das heißt, immer auch viele neue Eindrücke und Trainingsmethoden zu verarbeiten. Auf die Frage, was sie bislang am meisten geprägt hat, sagt sie: „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, eine vielseitige Volleyballspielerin zu werden, anstatt mich auf die Rolle der Mittelblockerin zu beschränken. Die wichtigste Lektion für mich war zu verstehen, dass Fähigkeiten wie Verteidigung, Zuspiel und Aufschlag genauso wichtig sind wie Angriff und Block.“
Abseits des Volleyballs schätzt Amelia die kleinen Momente: „Ich liebe es, mit meiner Teamkollegin Emma Kaffee zu trinken und die schönen Sehenswürdigkeiten Dresdens zu genießen“, erzählt sie. Seit Kurzem entdeckt sie auch ihre kreative Ader – „ich male jetzt Aquarell“. Doch das Leben als Profisportlerin weit weg von der Heimat hat auch seine Schattenseiten: „Am meisten vermisse ich meine Familie und Freunde auf der Tribüne, die mir zusehen, wie ich das tue, was ich liebe. Und offen gestanden: Meine vier Hunde – sie gehören für mich zur Familie“, gesteht sie.
Besonders schwer fällt ihr, wichtige Ereignisse zu verpassen: „Das Leben geht für die Menschen, die ich liebe, einfach weiter, auch wenn ich nicht da bin. Geburtstage, Meilensteine – diese Momente fehlen mir.“ Trotzdem findet sie Wege, nah zu bleiben, etwa durch regelmäßige FaceTime-Calls mit Familie und Freunden.
Als Mittelblockerin bist du oft die „Mauer“ im Team. Wie bereitest du dich mental darauf vor, im entscheidenden Moment den Block zu setzen?
„Wenn ich blocke, konzentriere ich mich darauf, meine Hände schnell über das Netz zu bringen, egal wo ich mich gerade befinde. Mir wurde immer beigebracht, dass es besser ist, über dem Netz zu sein als hoch, und Coach Alex betont das auch sehr. Mental bereite ich mich vor, indem ich dieser Technik vertraue und mich zur richtigen Zeit am richtigen Ort für das Team positioniere.“
Auf welche Fähigkeit einer Außenangreiferin (vom gegnerischen Team) achtest du am meisten – und wie versuchst du, dich im Training darauf einzustellen?
„Was ich bei gegnerischen Außenangreiferinnen am meisten achte, ist ihre Fähigkeit, den Block zu lesen und im richtigen Moment den richtigen Schlag zu wählen. Gute Außenangreiferinnen können deine Hände sehen, die Verteidigung sehen und trotzdem eine Lösung finden – sei es durch einen hohen Schlag, einen Block oder einen cleveren Rollshot. Um uns darauf vorzubereiten, schauen wir uns viele Videos an und lernen im Training, wie wir uns dagegen verteidigen können.“
Wie wichtig ist Timing für deine Position? Hast du eine spezielle Übung, um dein Timing zu perfektionieren?
„Das Timing ist für eine Mittelblockerin essenziell – sowohl beim Angriff als auch beim Blocken. Wir machen viele Wiederholungen mit unseren Zuspielerinnen, um daran zu arbeiten, frühzeitig zu reagieren, und Coach Alex gibt uns ständig Feedback, ob unser Timing stimmt. Aber ein großer Teil davon hängt auch vom Gefühl ab: den Ball beobachten, die Zuspielerin lesen und den richtigen Abstand einhalten.“






