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Seit sie 2024 zum Dresdner SC gewechselt ist, hat sich die lettische Nationalspielerin Marta Levinska schnell zu einer tragenden Säule im Team von Trainer Alexander Waibl entwickelt. Die 1,88 Meter große Diagonalangreiferin, die zuvor in der US-amerikanischen College-Liga für die Arizona State University glänzte, bringt nicht nur internationale Erfahrung und enorme Sprungkraft mit an die Elbe, sondern auch eine bemerkenswerte Einstellung zum Profisport.

Wenn es auf dem Feld mal nicht nach Plan läuft, setzt Marta auf mentale Stärke statt auf Frust. „Ich mache gern ein paar Atemübungen und erinnere mich daran, keine Angst zu haben, alles zu geben und alle Bewegungen so gut wie möglich auszuführen“, erklärt sie ihre Strategie nach Niederlagen. Dieses Vertrauen in die eigenen Abläufe ist für sie der Schlüssel zur Konstanz: „Man vertraut irgendwie darauf, dass es klappen wird, und fühlt sich einfach leicht und ruhig, wenn man spielt. Diese Dinge helfen mir nach einer Niederlage oder in einer schwierigen Situation.“

Diese Ruhe paart sie mit einem hohen Anspruch an ihr Umfeld. Für die Lettin ist Volleyball ein Sport, der von der Energie der Gruppe lebt. „Ich finde harte Arbeit echt wichtig, aber auch gute Kommunikation und Leute, die mit Leidenschaft bei der Sache sind und das auch zeigen können. Ich denke, wir können uns gegenseitig inspirieren oder helfen, wenn eine von uns mal nicht 100 % geben kann.“

Obwohl ihre Position klassischerweise für die harten Punkte im Angriff zuständig ist, hat Marta beim DSC ihren Fokus deutlich erweitert. Sie möchte keine eindimensionale Scorerin sein, sondern eine, die in jedem Element des Spiels überzeugt. „Ich glaube, ich habe mich jetzt auch viel mehr auf Verteidigung, Blocken und Aufschlag konzentriert“, sagt sie über ihre Entwicklung in Dresden. „Ich denke, diese drei Aspekte werden als Diagonalspielerin manchmal etwas in den Hintergrund gedrängt, und alle konzentrieren sich eher auf den Angriff, aber ich gebe mir Mühe, und die Trainer helfen mir auch sehr dabei, eine bessere, vielseitigere Spielerin zu werden.“

Abseits des Trainings an der Bodenbacher Straße findet Marta ihren Ausgleich in Büchern. „In meiner Freizeit lese ich super gern. Ich lese einfach alles: Belletristik, Fantasy, Ratgeber, Autobiografien und so weiter“, verrät sie. „Ich finde, dass mir das Lesen echt gut tut. Ich versetze mich damit in eine andere Welt oder einen anderen Raum und kann über bestimmte Dinge tiefer nachdenken, was mir sehr dabei hilft, meinen Kopf freizubekommen.“

Trotz des professionellen Umfelds in der Bundesliga bleibt die Sehnsucht nach der lettischen Heimat ein ständiger Begleiter. „Am meisten vermisse ich meine Familie und Freunde, aber ich vermisse auch meine Stadt, die mir einfach sehr vertraut ist. Dort fühle ich mich sehr wohl. Und manchmal vermisse ich auch die Natur. Ich finde, Lettland hat eine wunderschöne Natur.“

Auch das enge Miteinander in ihrem Heimatland fehlt ihr gelegentlich: „Ich vermisse die Gemeinschaft, wir sind ein ziemlich kleines Land, in der Volleyball-Community kennt jeder jeden.“ Doch solange sie für den DSC auf Punktejagd geht, wandelt sie dieses Heimweh in die Energie um, die die Fans in der Margon Arena so an ihr schätzen.

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Aus Sicht der Diagonalspielerin

Als Diagonalangreiferin hast du oft die Aufgabe, aus schwierigen Bällen noch Punkte zu machen. Wie trainierst du diese Flexibilität?

Ja, ich denke, man muss auf jeden Fall viel trainieren, hart arbeiten und sich selbst in schwierige Situationen bringen, weil diese Momente im Spiel kommen werden. Ich finde es echt wichtig, sich auf Bälle außerhalb des Systems und hohe Bälle zu konzentrieren, denn je besser man darin wird, desto leichter fällt es mir zumindest, auch innerhalb des Systems zu punkten, denn wenn alles perfekt läuft, weiß man, dass man sich darauf eingestellt hat, sich in schwierigere Situationen zu begeben. Ich denke also, ja, man sollte das einfach oft im Training machen.

Marta Levinska
Feldi Radler
Marta Levinska

Wie gehst du mit der Verantwortung um, in entscheidenden Momenten den Angriff zu führen?

Ich meine, das war eigentlich schon fast mein ganzes Leben lang so. Und ich hatte in Teams als Diagonalspielerin immer eine ziemlich wichtige Rolle beim Punkten. Ich denke, das gehört irgendwie zu dieser Position dazu. Und ja, man muss ziemlich hart arbeiten und sich bewusst sein, dass die wichtigen Bälle zu einem kommen könnten, und dann versuchen, die richtige Entscheidung zu treffen, und ja, man muss auch ziemlich belastbar sein.

Was ist der schwierigste Aspekt deiner Position – und was macht sie gleichzeitig so besonders?

Ich finde, das ist eine ziemlich schwierige Frage. Das Schwierigste daran ist wohl, dass von dir als Diagonalspielerin immer erwartet wird, dass du viele Punkte machst. Ich denke, wenn du mal nicht so viele Punkte machst oder nicht so gut spielst, aber trotzdem gut verteidigst, blockst und aufschlägst, wird das manchmal übersehen oder die Leute interessieren sich nicht so sehr dafür, weil es als Diagonalspielerin deine Aufgabe ist, viele Punkte zu machen. Ich denke, dass es manchmal schwierig ist, eine vielseitige Spielerin sein zu wollen und gleichzeitig immer die Beste im Angriff zu sein oder das als meine Hauptstärke zu haben. Das setzt mich einfach sehr unter Druck. Aber es macht diese Rolle natürlich auch zu etwas Besonderem. Weißt du, dass so sehr darauf vertraut wird, dass du die Punkte erzielst, und dass das auch für das Team immer noch sehr wichtig ist. Es gibt viele Aspekte: die Annahme, das Zuspiel und alles, aber ja, was das Punkten angeht, ist das eine große Verantwortung, und ich denke, das macht einen wirklich zu einem stärkeren und widerstandsfähigeren Menschen, weil man mit bestimmten schwierigen Situationen umgehen muss.

Marta und Rosa
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Marta Levinska